Voyager IV, 31.01.19, Bonn, Harmonie

New Pictures At An Exhibition

Marcus Schinkel/Voyager IV @ Harmonie Bonn, Foto: Wolfgang Merx

Marcus Schinkel bzw. Voyager IV waren wirklich spitze: Aus dem Projekt ist in den zwei Jahren, seit wir sie das letzte Mal sahen, eine echte Band entstanden. Der Sänger und Multiinstrumentalist Johannes Kuchta hat eine prominente Rolle in der Band eingenommen und sich zum zweiten Frontmann entwickelt, auch wenn Marcus immer noch den Ton angibt. Zwar sind die „Bilder einer Ausstellung“ immer noch die Grundlage der Musik, doch die daraus entwickelten Stücke entfernen sich immer weiter von Emerson, Lake & Palmers Version (welche die Grundlage des Konzepts ist) – was ich aber nicht schlecht finde.

Mitunter klingt die Band ein bisschen wie Genesis in der Duke-Phase, aber sehr oft einfach wie eine moderne Jazzband, die den Pop bzw. Prog für sich entdeckt hat. Emerson, Lake & Palmer kommt klanglich und musikalisch nur in den wenigsten Stücken vor, aber wenn, dann richtig. ‘Take a Pebble’ war ein Highlight des Abends, weil Schinkel die Pianosaiten wie im Original gezupft hat – und natürlich, weil sein Pianosolo (voller ELP-Zitate und mit ‘Tarkus’ als Finale) im Mittelteil so unheimlich dicht und stark war. Ich nehme an, dass er es zuvor notiert hat, weil selbst er sich so etwas wohl kaum aus dem Ärmel schütteln kann. Die Zugabe war – wie schon oft – ‘I talk to the Wind’.

Die Spielfreude der Band ist unheimlich groß. Wie locker diese vier erstklassigen Musiker die komplexen Stücke präsentieren, ist einfach wunderbar.

Diese Band müsste eigentlich auch bei der Night of the Prog spielen. Ich bin mir sicher, dass die Band ein noch viel größeres Potential hat. Wir sind schon sehr auf das neue Album gespannt, was wohl im zweiten Quartal diesen Jahres herauskommen wird.

Surftipps zu Voyager IV/ Marcus Schinkel:
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