Malibran – Live Anthology

(78:44, CD, Ma.Ra.Cash Records, 2017)
Malibran ist für den Italo-Prog Fan ein guter, alter Bekannter. Die Band hatte bereits in den 90ern mit diversen Alben Aufmerksamkeit erreicht. Zu Zeiten von Bands wie Nuova Era, Arcansiel etc. hatten sie sich mit ihrer speziellen Form von Neo-Symphonic-Prog, in der auch die Flöte eine wichtige Rolle spielt, einen Fankreis erspielt. Es begann mit dem Album “The Wood Of Tales” (1990) und ging dann weiter mit dem 93er Album “Le Porte Del Silenzio”, dem fünf Jahre später folgenden “La Citta Sul Lago” und einigen weiteren Veröffentlichungen, darunter auch damals schon Live-Dokumente.

Nun also diese “Live Anthology”, die sieben Songs beinhaltet, die auf Konzerten zwischen Juli 1994 und Februar 2001 mitgeschnitten wurden, und es auf satte knapp 80 Minuten Spielzeit bringen.

Die Besetzung liest sich wie folgt (und hat trotz der aufkommenden Vermutung bei den ersten Namen nichts mit einer alten Mannschaftsaufstellung des SC Freiburg zu tun):

Giuseppe Scaravilli – vocals / electric guitar / flute
Alessio Scaravilli – drums / percussion
Angelo Messina – electric bass
Jerry Litrico – electric lead guitar
Giancarlo Cutuli – flute / saxophone
Benny Torrisi – piano / keyboards.

Den Löwenanteil machen Titel des 98er Albums “La Citta Sul Lago” aus, das Album wird abgeschlossen durch eine 25-Minuten Version des Titelstücks ihres zweiten Albums. Schon der Auftakt ist sehr gelungen, eine melodische Symphonic Rock Nummer, die gleich Spaß auf mehr macht. Dieser wird dann allerdings – zumindest aus Sicht des Schreiberlings – jäh gestoppt, als der Gesang auf dem zweiten Titel einsetzt. Denn dieser wirkt sehr unsicher und liegt diverse Male ziemlich neben der Spur, was die Hörfreude doch erheblich einschränkt.

Auf der Habenseite können die Italiener sehr starke Arrangements im instrumentalen Bereich für sich verbuchen, das gilt nicht nur für die häufig eingesetzte Flöte, sondern für die gesamte Band. Glücklicherweise gibt es ausgedehnte Instrumentalparts und an manchen Stellen geht der Gesang auch einigermaßen in Ordnung.

Allerdings muss der schwache Gesang als nicht zu vernachlässigendes Manko in die Punktewertung einfließen, so dass trotz teils wirklich guter Songs nicht mehr als acht Punkte drin sind.
Bewertung: 8/15 Punkten (JM 8, KR 7)

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