Overhead – Haydenspark

Overhead - Haydenspark (unsigned/JFK, 2018)(51:47, CD, Eigenpressung/Just For Kicks Music, 2018)
Ja, die Welt ist ein Jammertal, das Leben eines der schlechtesten und das muss ja zu musikalischer Depression führen. Bei Overhead? Nee, eben nicht. Die Welt bietet so manches, mit dem man sich beschäftigen muss, und die Finnen greifen das sehr wohl thematisch in “Haydenspark” auf, aber so, wie wir es von ihnen kennen: mit durchweg positiver Grundstimmung.

Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben, und so liess die Band sechs Jahre seit “Of Sun And Moon” verstreichen. Offensichtlich äusserst kreativ aber, wie der Nachfolger jetzt zeigt. Und wie auch auf dem Vorgänger bieten die Jungs erneut recht flotten Progressive bis ArtRock, der ordentlich hardrockig, immer wieder retro, aber auch durchaus mal verträumt oder spacig daher kommt und reichlich Melodien bietet, die ins Ohr gehen.

Einer der Hauptverursacher ist Jaakko Kettunen, dessen Gitarre mal jubilierend, mal ordentlich riffend ins Geschehen eingreift und immer wieder blitzsaubere Soli beisteuert, wobei er darüberhinaus auch immer wieder schöne symphonische Keyboardpassagen einstreut. Alex Keskitalos Gesang steht dem kaum nach und kommt sattelfest, aber doch äusserst lässig rüber, dazu gibt es auch immer wieder teils zarte, teils rockige Flötentöne von ihm zu hören. Den zugehörigen Groove sichern Ville Sjöblom an den Drums und Janne Pylkkönen am Bass, ersterer auch das Saxophone beherrschend, letzterer mit Synthietönen beim Herzlongtrack des Albums, dem hymnischen Titelstück.

All das wird blitzsauber musiziert und führt zu ordentlich Hörspass, dem sich auch der kritische Progger nicht entziehen können dürfte. Auch wenn er sich untypischerweise eingestehen muss: das Ganze macht einfach Laune.
Bewertung: 11/15 Punkten (GH 11, KR 11, KS 11)

Overhead (Foto: Künstler)

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