Coheed And Cambria – The Unheavenly Creatures

Coheed And Cambria - The Unheavenly Creatures(78:12, CD, Roadrunner, 2018)
Sie sind wieder zurück im Weltraum, die Mannen um Claudio Sanchez. Nachdem das Vorgängeralbum “The Color Before The Sun” eine Auszeit von der Sci-Fi Story um Coheed und Cambria darstellte und verhältnismäßig leichtgewichtig und positiv daherkam, feiern die Amerikaner mit “The Unheavenly Creatures” eine triumphale Rückkehr in die unendlichen Weiten des Alls. Dabei scheint das vorliegende Album den Auftakt einer fünfteiligen Story zu bilden, die die Geschichte der “The Armory Wars”-Saga weiterspinnen wird.

“The Unheavenly Creatures” füllt das CD-Format dabei bestens aus. Auf über 78 Minuten liefern Coheed And Cambria einen kurzen Prolog und 14 Songs, die bis auf wenige Ausnahmen allesamt über fünf Minuten Spielzeit aufweisen. Und schon beim ersten Durchlauf erinnert man sich als alter Fan der Band an das mittlerweile 14 Jahre alte Überalbum “In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3”. Denn was auf dem neuen Werk an Melodien aus dem Hut gezaubert wird, das erinnert doch stark an den modernen Klassiker.

‘The Dark Sentencer’ eröffnet des Festmahl und entpuppt sich als recht sperriger, düsterer, knapp acht Minuten langer Ausflug zum gleichnamigen Planeten, auf dem die Bewohner die Flucht planen. Was für ein Brett!

Aber schon mit dem folgenden, weitaus gemäßigteren ‘Unheavenly Creatures’ dreht die Band ab in diesen irrsinnigen Melodien-Overkill, den dieses Album auszeichnet. Dabei wird es mal luftiger, positiver wie im just erwähnten Track oder dem folgenden ‘Toys’ oder aber düsterer, dramatischer wie in den darauf folgenden Songs ‘Black Sunday’ oder ‘Queen Of The Dark’, mal wird es schneller wie in ‘True Ugly’, mal wird es relaxter wie in ‘The Pavillon (A Long Way Back)’.

Das Tolle dabei ist: es wird nicht seicht oder belanglos. Nein, Coheed And Cambria finden irgendwie die richtige Mischung aus Bombast und Kitsch, aus Rock und Theatralik. Erst ganz gegen Ende des Albums tauchen mit ‘Old Flames’ und dem weitestgehend akustischen ‘Lucky Stars’, der einzigen Ballade, zwei Songs auf, die vom Stil her auch gut zum Vorgängeralbum gepasst hätten.

Es spricht für das Album, dass die 78 Minuten Spielzeit im Nu vergehen und es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Näher dran als am oben erwähnten Überalbum der Band Diskographie waren Claudio Sanchez und Co. nie. Von daher: Hut ab! Einen Punkt Abzug gibt es allerdings für das Booklet, in dem die Texte für alle 14 Songs und auch die Credits und Infos auf drei Seiten zusammengepresst wurden.
Bewertung: 12/15 Punkten (GH 10, KR 12, AI 12)

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