Marygold – One Light Year

(56:31, CD, Andromeda Relix, 2017)
Die italienische Formation Marygold war bereits in den 90ern aktiv, seinerzeit noch als Genesis und Marillion Cover-Band. 2006 veröffentlichten sie dann ihr Debütalbum „The Guns Of Marygold“, das Eigenkompositionen im Neo-Prog Bereich enthielt, damals aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterließ.

Mehr als eine Dekade sind sie nun mit ihrem zweiten Album zurück. Was hat sich in der Zwischenzeit getan? An der Besetzung hat sich rein gar nichts geändert, nach wie vor besteht das Quartett aus:

Guido Cavalleri – voice / flute
Massimo Basaglia – guitar
Stefano Bigarelli – keyboards
Marco Pasquetto – drums.

Als Gäste kommen noch hinzu:
Alberto Molesini – bass
Irene Tamassia – voice / backing vocals
Fabio Serra – backing vocals.

Ihre musikalische Ausrichtung haben sie nicht wesentlich geändert, allerdings machen sie ihre Sache nun deutlich besser als auf dem durchwachsenen Debütalbum. Natürlich sind nach wie vor deutliche Genesis- und Marillion-Einflüsse herauszuhören, jetzt sind die instrumentalen Ausarbeitungen und die Interaktion zwischen Tasten und Gitarre wesentlich ausgereifter. Man höre sich beispielsweise ‚Travel Notes On Bretagne‘ an, da schimmern schon deutlich Genesis-artige Melodielinien durch.

Auch hier wird der Gesang wieder mit ausschlaggebend sein, inwieweit dieses Album Chancen hat, in die eigene Sammlung aufgenommen zu werden. Die Stimme klingt gelegentlich etwas rau und in den schwächeren Momenten ein wenig zu gepresst. Den Schreiberling erinnert es ein wenig an die deutsche Band Anabis.

Die sieben Songs liegen meist im Bereich von sechs bis sieben Minuten, zwei Songs mit Spielzeiten um die zwölf Minuten gehen mal als Medium-Longtracks durch. Sie agieren überwiegend im sehr melodischen Bereich, es wird nie wirklich heavy und genauso wenig übermäßig frickelig. Freunde einer Mischung aus melodischem Retro und Neo Prog könnten Gefallen finden an den aktuellen Marygold (sofern man sich denn mit der Gesangsperformance anfreunden kann).

Es mag zwar noch nicht der ganz große Wurf sein, aber die Entwicklung der Band ist positiv und lässt für die Zukunft hoffen.
Bewertung: 9/15 Punkten

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