Burntfield – Hereafter

(47:23, CD, Progressive Gears/Just for Kicks, 2018),
Immer wieder aufs Neue ist man überrascht, welche Variationsbreite der Progressive Rock aufzubieten hat. Nicht nur der Mix aus diversen Stilen spielt dabei eine besondere Rolle, sondern auch die unterschiedliche Herkunft der Musiker. Um genau so eine interessante Mischung handelt es sich bei Burntfield, einer niederländisch/finnischen Progressive-Alternative Rock Formation. Ach, so was gibt es auch? Und das klingt auch noch gut? Die richtige Antwort lautet schlichtweg: ja.

Burntfield wurde im Jahr 2012 vom Sänger und Gitarristen Juho Myllylä in Helsinki gegründet. Nach einigen Umbesetzungen fand die Band in der aktuellen Besetzung (Juho Myllylä – Guitars, Vocals; Valtteri Seppänen – Guitars, Vocals ; Maarten Vos – Bass, Vocals; Steven Favier – Drums) ihr neues Zuhause in Amsterdam.
Kurz darauf im Jahr 2013 erschien ihre Debüt EP „Organic Waves“, gefolgt von der Single-Veröffentlichung „Let It Die Away“ 2014 und der 2015er EP „Cold Heat“. Drei Jahre später legen die Musiker mit „Hereafter” jetzt ein komplettes Studioalbum nach.

Wie bereits zuvor erwähnt, liegt bei Burntfield der Schwerpunkt deutlich im progressiven Alternative-Rock-Genre, diskret gewürzt mit AOR- und Hardrock-Elementen. Als Basis für ein abwechslungsreiches Songwriting dienen die starken Melodien und energiegeladenen Harmonien. Durch die Kombination und Verschmelzung von Vintage und Moderne schaffen sie einzigartige musikalische Atmosphären.

Mit nur dezentem Streichereinsatz vermeiden Burntfield, im Gegensatz zu anderen Formationen der Szene, unnötigen Bombast. Den notwendigen Drive verleiht den Songs die gewählte moderate Härte. ‘What Remains’, der zehnminütige und damit längste Titel des Albums, beginnt ganz entspannt und wächst im Verlauf zu besonderer Reife. Dabei gefallen besonders die jazzigen Klavierpassagen, diese Mischung macht´s progressiv, wie man es mag. Insgesamt überzeugen die neun Titel mit einer Variationsbreite von melodisch, elegisch bis rockig oder gediegen brachial, garniert mit sensiblen Pianoläufen, wechselnden Tempi, klassisch geprägten Intrumentalparts und gefühlvollem Gesang.

Burntfield ist mit „Hereafter“ ein hörenswerter Longplayer gelungen. Wer Wert auf insgesamt eher leichte Melodien legt und mit einer gefälligen Produktion etwas anfangen kann, dürfte sich nicht schwer tun mit den niederländischen Finnen.
Bewertung: 9/15 Punkten (KR 8, HR 9)

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