Mata – Atam

(36:11, CD, Atypeek/Only Fucking Noise, 2018)
Mata ist ein italienisches Quartett, das im Jahr 2016 gegründet wurde. Ihre neueste EP “Atam”, offensichtlich der rückwärts gelesene Bandname, ist so etwas wie eine buddhistische Selbstheilung, die aber irgendwie auch suizidale Tendenzen hat: “The 4 tracks are the chapters of a detox path, a self-confrontation and consequent self-assassination.” Diese Vorgehensweise der Selbstreinigung ist in der Praxis sicher einfacher als in der Theorie und erfordert einen starken Willen. Dass diese Schritte mehr im übertragenen Sinne gemeint sind und ein an sich positives Ziel verfolgen, nehmen wir als gegeben. Klar ist aber, dass der ein oder andere diesen Weg als düster empfinden könnte.

Spirituelle Themen bringen experimentelle Musik mit sich. Insgesamt springen Mata zwischen Noise und Electro-Glitch hin und her, während eine tiefe Stimme, die ab und zu aufkommt, einen zum meditieren motiviert und eine andere manchmal schamanenhaft beschwörend singt. Mit 36 Minuten hat die EP die perfekte Länge für eine kleine Esoterik-Session, und wenn man sich darauf einlässt, könnte die Hypnose auch glücken. Zwischendrin lassen sich auch Passagen raushören, die in Richtung Post-Rock gehen. Hätte man diese weiter ausgearbeitet, wären sicher auch solide “ganze” Songs dabei heraus gekommen.

Freunde des experimentellen Genre-Misch-Maschs sollten mal in “Atam” reinhören. Auch diejenigen, die spiritueller Musik nicht abgeneigt sind, könnten hier die passende musikalische Untermalung des nächsten Selbstfindungs-Rituals finden.
Bewertung: 8/15 Punkten (KR 7, DW 8)

Mata (Foto: Band)

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