Last Knight – Talking To The Moon

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(75:41; 77:27; 74:20; 3 CDs, Somnus Media/Just for Kicks, 2017)
Der Multiinstrumentalist Jose Manuel Medina legt mit „Talking To The Moon“ eine opulente Symphonie in drei Sätzen über den Mond und dessen Bedeutung für Menschen vor. Der Mond spielte bei einigen klassischen Prog-Formationen der 70er-Jahre schon eine wichtige Rolle, man denke an  Pink Floyd, („Dark Side Of The Moon“), King Crimson (‚Moonchild‘) oder Genesis (‚Mad Man Moon‘). Jose Manuel Medina hat sich für sein Großprojekt prominente Unterstützung von ca. 30 Kollegen gesichert. Musiker und Sänger, die bereits bei folgenden Bands mitgewirkt haben, sind involviert: Mandalaband, Riversea, Nine Stones Close, Karnataka, Azazello, Sad Café, Iona, Mostly Autumn, Gong, No-Man, Steven Wilson, Caravan, Senogul. Produziert wurde das Werk von Dave Rohl (Mandalaband, Maestoso), der nach vielen Jahren Pause wieder als Musiker, Komponist und Produzent aktiv ist.

Um die Symphonie als Ganzes zu erfassen, braucht der Hörer Geduld und Offenheit für ein breites musikalisches Spektrum. Musikalisch kann man sich die Reise kaum vielfältiger vorstellen. Die moderne Symphonie von Last Knight vereint auf sehr attraktive und qualitativ hochwertige Art und Weise die Welten des melodischen Prog von Iona, Mostly Autunm oder Karnataka mit Klassik, Musical (Andrew Lloyd Webber), progressiven Instrumentalpassagen mit Pink Floyd-, Camel- , BJH- oder Moody-Blues-Flair, sowie bombastischen Filmmusikelementen à la Howard Shore.

Bei den moderneren Instrumentalpassagen kommt einem Mike Oldfield in seiner 90er-Jahre-Phase in den Sinn. Wenn gelegentlich Dancefloor-Rhythmen eingesetzt werden, denkt man an Jean Michel Jarre oder Enigma. Klingt leicht verwirrend und überladen? Das ist es anfangs auch. Lässt man sich aber darauf ein, zieht einen die wunderschöne, variantenreiche Musik unweigerlich in ihren Bann. Zu schön sind die Melodiebögen, die in instrumentalen oder gesungenen Titeln dargeboten werden.

60 Songs (54 reguläre plus Bonustracks) ergeben eine Gesamtspielzeit von 225 Minuten. Der Anteil an klassischen bis bombastischen Instrumentalstücken überwiegt, es gibt nur drei, vier Titel mit Gesang pro CD. Von balladeskem Rock mit Prog-Anleihen, Melodic Rock bis Pop mit unaufdringlichen Dancefloor-Beats ist alles dabei. Produktion, musikalische Darbietungen, Booklet und Artwork sind vom Feinsten.

Auf einzelne Titel einzugehen ergibt angesichts des Umfangs nicht wirklich Sinn. Die Internetpräsenz von Last Knight ist sehr gut. Es sind ausreichend Soundclips, Videos, Trailer und Reviews im Netz, um sich von der Einzigartigkeit und Qualität des Bandprojektes ein Bild zu machen. Wir wünschen Herrn Medina, dass sein Magnum Opus ein breites Publikum erreicht und ein Erfolg wird. Das scheint gegeben, denn weitere Projekte sind bereits in Angriff genommen.

Anspieltipps: CD1: ‚Ouverture‘, ‚Moonwalking‘, ‚Twilight‘, ‚Plenilunio‘, ‚Exile Of The Night‘. CD2: ‚The Moon‘, ‚Talking To The Moon‘, ‚Living On The Edge Of The Night‘, ‚The White Side of The Moon‘, ‚Requiem‘. CD 3: ‚A New Beginning‘, ‚Drive‘; ‚Nocturna‘, ‚Mein Freund‘, ‚Eternity‘.
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 8, TS 12)

Jose Manuel Medina mit Produzent Dave Rohl (Foto: Künstler)

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Last Knight – Talking To The Moon

von Tim Stecher Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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