Maglev – Overwrite The Sin

Maglev-OverwriteTheSin-2016-FrontCover(47:59, CD, Eigenveröffentlichung/FMLS/Just for Kicks, 2016)
Es ist immer wieder überraschend, welche Fülle an Neuerscheinungen im Briefkasten der Betreuer landet. Vieles ist bzw. war bisher gänzlich unbekannt oder zumindest nur Wenigen ein Begriff. Dies gilt auch für die unlängst erschienene CD des Niederländers Joost Maglev, dessen Namen auch sein Bandprojekt trägt. Mit seinem jüngsten Werk “Overwrite The Sin” erklimmt der Bassist Maglev musikalisch nicht den Olymp, was ihm auch mit seinen früheren Bands Galanoor und Equisa nicht vergönnt war.

Mit seiner Ausrichtung bewegt er sich in der Nähe von Queen, Yes und – wen wundert’s? – natürlich auch von Genesis. Dabei dringen ebenfalls authentisch “niederländische” Klänge, die an Ayreon oder den Rocker Robbie Valentine erinnern, durch. Mit den fünf Longtracks, die alleine auf Grund ihrer Länge einen progressiven Touch aufweisen, bewegt sich Maglev dennoch meist im Bereich von rockig-melodiösen Klängen des AOR oder Melodic Rocks. Der eine oder andere Song wirkt wie eine Reminiszenz an Queen, zwischendurch gibt es auch leichte Musical-Anleihen.

Neben Maglev mit von der Partie sind besagter Robby Valentine, der beim zweiten Titel das Piano spielt, der Gitarrist und Keyboarder Sebas Honing, sowie Scarlet Penta (vocals, spoken words), Myrthe van de Weetering (violin) und Emmy van Gemert (spoken words).

Mit ihren Arrangements, den breit gefächerten Gesangspassagen und vor allem der insgesamt ordentlichen Produktion (Mix von Peter Vink, bekannt von u.a. Q65, Ayreon, Star One, Knight Area) gelingt den Musikern eine hörenswerte Arbeit. Der Opener „Play The Game“ sticht besonders durch seine Instrumentalparts hervor. Sowohl die Tasten- als auch die Gitarrenklänge gefallen. Der epische ‘Song Of A Dead Beard’ bietet acht Minuten symphonischen Retroprog, vielleicht auch etwas Neoprog im Stil von Styx oder ähnlich gelagerten Bands. Die stärksten Anleihen bei Freddie Mercury bringt Titel drei. ‘Judith’ wirkt dabei in Ansätzen wie ein Auszug aus einem Musical. Bei ‘Confined’ lassen ein Mix aus Metal und als Kontrast dazu einschmeichelnde Geigenklänge aufhorchen.

Mit der fast 13-minütigen Ballade ‘The Hands Of Time’ endet ein durchaus abwechslungsreiches und interessantes Album. Wie gesagt: Noch nicht ganz der Olymp, aber zumindest stimmt die Richtung dorthin.
Bewertung: 8/15 Punkten (JM 10, KR 10, HR 8)

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