Sylvan – Home

home_cover_big-610x610(01:21:03, CD, Gentle Art Of Music/Soulfood, 2015)
“Im Norden nix Neues” – ein Satz ganz frei nach Remarque, der sich mir nach etlichen Spins des neuen Sylvan-Albums aufdrängt. Musikalisch wie auch konzeptionell erinnert “Home” stark an “Posthumous Silence”, Sylvans bislang erfolgreichstes Album. Fanfutter ist es somit also allemal. “Posthumous Silence” hat mich seinerzeit allerdings sofort gefesselt und auch langfristig den “Test of time” bestanden, wohingegen “Home” bei mir bislang nicht vergleichbar zünden konnte.

Bei der Ursachensuche fällt auf, dass dem Album eventuell ein selbstbewusster Gitarrist fehlt. Wo Kay Söhl  der Musik von Sylvan bis zu seinem Ausstieg recht deutlich einen Stempel verpasste, spielt Gastgitarrist Jonathan Beck allenfalls songdienlich. Das mag man ihm nicht vorwerfen – schließlich ist er Gast. Das dadurch entstehende “Vakuum” füllt die Band mit jeder Menge symphonischen Sounds.  Im Übrigen dominieren die Tasten von Volker Söhl und Marco Glühmanns Gesang. Die Rhythmusfraktion agiert auch eher unauffällig. Über fast 80 Minuten schleichen sich dabei leider einige Längen ein. Außer dem Titel ‘Shine’ setzt bei mir kein Titel ein rechtes Ausrufezeichen. In den guten alten Vinyl-Zeiten hätte man ein solches Werk möglicherweise auf kompakte 45 Minuten gestrafft und hätte dann auch ein konziseres “Ergebnis” auf dem Teller gehabt.

Aber genug der Kritik – natürlich ist “Home” beileibe kein schlechtes Album, aus Sicht des Rezensenten aber eben auch nicht ihr bestes. Die Band spielt auf gewohntem Niveau und auch die Produktion ist auf der Höhe der Zeit mit allen positiven, wie negativen Begleiterscheinungen, kurz “mastered for iTunes”. Und trotzdem, Fans werden es lieben, wie Neal Morse-Fans halt Neal Morse-Alben lieben. Soweit also alles in Butter.
Bewertung 10/15 Punkten (WE 8, DH 10, JM 10, KR 11, KS 11)

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