Dick – Dangerous Dreams

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(43:12, CD, Eigenproduktion/Dickmusic, 2017)
Der finnische Multiinstrumentalist Jaakko Soimakallio veröffentlichte Anfang April mit „Dangerous Dreams“ das zweite Album unter dem Bandnamen Dick in Form einer sehr ansprechenden Eigenproduktion.

Ein liebevoll in zarten Blautönen gehaltenes, gemaltes Artwork (Cover und Booklet) von Niina Helimaa macht neugierig auf die bevorstehende musikalische in Sachen „Prog-influenced Rock in the vain of Genesis and Rush“. „Dangerous Dreams“ bietet sieben abwechslungsreich und anspruchsvoll arrangierte symphonische Rocksongs, die mal mehr, mal weniger Prog-Anleihen enthalten. Jaakko Soimakallio bringt sich dabei stark ein. Er übernimmt den Leadgesang, die Drums, sowie Keyboards und Gitarren. Unterstützt wird er von sechs Gastmusikern.

Musikalisch und gesanglich wird viel variiert und experimentiert. Das Album beginnt mit ‚Back To Hell‘, einer interessanten Rocknummer, bei der Jaakko mit unterschiedlichen Gesangsformen experimentiert. Das getragene, leicht symphonische Arrangement ist gelungen, der Gesang gekonnt vorgetragen, aber zeitweise etwas extrem. ‚Night Flyer‘ ist poppiger angelegt und verfügt über einen ansprechenden Beat. Der Gesang ist anfangs Vocoder-verzerrt in den Hintergrund gemischt, ändert sich im Refrain drastisch und erinnert in der Art der Intonation zeitweise an Barry Gibb! Die Instrumentalpassagen sind passend und werten den Song gelungen auf. Der Spaß an der Produktion und den sehr unterschiedlichen Kompositionen ist jederzeit spürbar.

 

Die musikalischen Darbietungen und ihre Produktion sind jederzeit gelungen, der Sound ist für eine Eigenproduktion sehr klar. Wer Kompositionen mit erhöhtem Prog-Faktor hören will, muss sich allerdings bis Titel drei gedulden. Mit ‚To See Angels‘ wird es phasenweise deutlich proggiger. Der Gesang ist sehr verspielt, erinnert zu Beginn des Songs stark an Peter Hammill und gewinnt in der Folge deutlich an Eigenständigkeit. Hier setzt Dick ein erstes musikalisches Ausrufezeichen. Dieser positive Trend setzt sich mit dem balladesken Instrumental ‚Winter Ghost“ weiter fort. ‚Woman‘ stört den Fluss des Albums ein wenig: Die verspielte Hardrock-Nummer mit Bon Jovi-Shoutersesang bedient die Hardrock-Klischees der 80er-Jahre perfekt, überzeugt im Kontext dieses Albums aber nicht, weil der Song nicht zu den anderen Titeln passt.

Versöhnlicher wird es im letzten Teil des Albums mit den beiden längeren Stücken ‚Hand In Hand‘ und ‚Show Me A Girl‘. Hier passt alles zusammen. Getragene Arrangements, schöne Soli und gelungene, eigenwillige Gesangspassagen. Eine interessante Songsammlung eines begabten finnischen Musikers. Leicht getrübt wird der gute Gesamteindruck durch zu viele verschiedene Gesangsstile und zu unterschiedliche Songs. Manchmal ist weniger doch mehr. Das mag ein anderer Hörer allerdings ganz anders sehen, denn Musik ist bekanntlich Geschmackssache. Und vielleicht bietet das nächste Werk von Dick ein stimmigeres Konzept. Wir sind gespannt! Anspieltipps: ‚Hand In Hand‘, ‚Show Me A Girl‘.
Bewertung: 8/15 Punkten (JM 7, KR 8, TS 8)

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Dick – Dangerous Dreams

von Tim Stecher Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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