Karmamoi – Silence Between Sounds

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(51:15, CD, Eigenverlag/Just for Kicks, 2017)
„Silence Between Sounds“ ist das dritte Album der italienischen Band Karmamoi. Nach diversen Besetzungswechseln in den letzten Jahren ist die Formation zum Trio geschrumpft und besteht aktuell aus Daniele Giovannoni (Schlagzeug und Keyboards); Alessandro Cefali (Bass) und Alex Massari Gitarre.

Für das neue Album arbeitete die Band erstmals mit zwei Sängerinnen und weiteren Gastmusikern, die mit Flöte, Cello, Gitarre und Klavier das instrumentale Spektrum deutlich erweitern und bereichern. Die Tatsache, dass die Band sich mit der Platte mehr als zwei Jahre Zeit gelassen hat, ist der Musik deutlich anzuhören. Die Produktion gab man in die Hände von Mark Tucker, der bereits mit Größen wie Jethro Tull zusammengearbeitet hat. Bandleader Daniele Giovannoni fungierte als Co-Produzent.

Das Ergebnis überrascht und überzeugt über die volle Distanz von knapp 50 Minuten. Hier sind Profis mit viel Herzblut am Werk, die ihr Handwerk verstehen und sehr modernen, frischen Progressive Rock der leicht härteren Gangart geschickt mit New-Artrock-Elementen verbinden. Die Eigenständigkeit und Vielseitigkeit der Arrangements stellt sich schnell als weiterer, essenzieller Pluspunkt heraus.

Schon das Titelstück ‚Silence Between Sounds & Nashira‘ (10:46) ist ein variables Meisterstück mit atmosphärischem Intro, vielschichtigen Instrumentalpassagen und sehr angenehmem Gesang. Dieser vielversprechende Weg wird mit dem folgenden ‚Atma‘ konsequent fortgesetzt. Ruhiger, atmosphärischer Gesang eröffnet diesen spannenden Song, der im zweiten Teil einen interessanten Stimmungs- und Tempowechsel vollzieht und von einem vorzüglichen Marillion-artigen Gitarrensolo bis zum Ende getragen wird. ‚Sirio‘ zeigt eine weitere Facette der Band: Hierbei handelt es sich um ein verspieltes Instrumentalstück mit Härte und leichtem Jazz-Einschlag, das Rush gut zu Gesicht gestanden hätte. Prima Überraschung!

‚Martes‘ ist eine getragene Ballade, bei der der Leadgesang von einer Sängerin mit einer ganz anderen, dunkleren, nasalen Stimme dargeboten wird. Der mehrstimmige Gesang im Refrain betört ebenso wie die wunderbare Gitarrenarbeit im Verlauf des Songs. ‚Plato’s Cave‘, der zweitlängste Titel der CD, beginnt im Intro erstaunlich hart und düster. Mit Einsatz des Gesangs ändert sich das Arrangement radikal und wird deutlich ruhiger. Kurze unerwartete Flöteneinsätze werten das Gesamtbild weiter auf. Das klingt ungewöhnlich und spannend. Ein abschließend harter Instrumentalpart mit tollen Keyboardsoli vollendet dieses zweite kleine Meisterwerk des Albums.

Mit der kürzeren, sehr melodischen und ungewöhnlich arrangierten Ballade ‚Lost Days‘ beweisen die Musiker ihr Gespür für wunderschöne Melodiebögen und Flöteneinsätze. Bemerkenswert! Das Arrangement dieser Perle bleibt dabei jederzeit spannend und unvorhersehbar.

Kontrastreich und schräg wird es beim letzten Titel der CD, ‚Canis Majoris‘, bei dem die vorzügliche Gesangsarbeit ebenso überzeugt wie zahlreiche Rhythmus- und Tempiwechsel und treibendes Schlagzeugspiel. Ein gelungener Abschluss.

Karmamoi legen mit „Silence between sounds“ ein überzeugendes und sehr abwechslungsreiches Album vor, das die Zuhörer fordern und begeistern wird. Eine runde Sache mit hohem Wiedererkennungswert und Spaßfaktor. So darf es bei der Band gerne weitergehen!
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 11, TS 12)

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Karmamoi – Silence Between Sounds

von Tim Stecher Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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