Shumaun – Shumaun

0

(70:13, CD, Eigenveröffentlichung/Just for Kicks, 2015)
Farhad Hossain ist der ehemalige Sänger, Gitarrist und Keyboarder der Progressive-Metal-Band Iris Divine. Shumaun ist sein Soloprojekt, dessen Debüt bereits 2015 erschien. Nachdem er zunächst komplett alleine Demos aufgenommen hatte, holte sich Hossain alsbald Freunde hinzu, um eine Band zu gründen.

Dazu gehören Jose Mora am Bass und Tyler Kim an den Gitarren. Nur mit dem festen Drummer klappte es nicht so ganz. Ex-Kollege Tanvir Tomal von Iris Divine musste während der Aufnahme des selbstbetitelten Debüts wegen anderer Verpflichtungen aussteigen. Ersatz folgte mit Waqar Khan von Entity Paradigm, der auch mit Ali Azmat von Junoon zusammengearbeitet hat. Doch auch Khan blieb nur für ein paar Tracks und Liveshows, danach riefen andere Verpflichtungen. Was macht man da? Hossain holte sich Travis Orbin von Darkest Hour und Periphery sowie Mark Zonder von Fates Warning und Warlord dazu. Mit vier Drummern sollte die Platte also schlagzeugmäßig gut ausgestattet sein.

Um die Ohren gehauen wird uns progressiver Metal. Hossain übernimmt Lead Vocals und Lead Guitar, Jose Mora hämmert melodische Basslininen raus, und Tyler Kim sorgt für subtilere Klänge und Nunancen auf der Gitarre. Die Drums sind sowieso toll besetzt, technisch wird hier einwandfrei gegroovt, egal wer spielt.

Anspieltipps: ‚You And I Will Change The World‘ hat einen traumhaften ruhigen Beginn, bevor die Keyboards und der Rest loslegen. Im ganzen Song dominieren die Keyboards, der Song hat fast etwas Alternative-Hit-Mäßiges an sich. Später wird hier jedoch genauso geproggt und gemetalt wie bei den anderen Stücken. ‚Keep It Together‘ bleibt im Kopf und wäre für eine Single-Auskopplung tauglich. Die Klavierballade ‚When It’s Our Turn‘ bietet eine gelungene Abwechslung zum harten Stoff. Der fast zehn Minuten lange Opus ‚The Drop‘ vereint verschiedenste Stilmittel und Passagen zu einem großartigen Song, und kann definitiv als Aushängeschild für das Album und die ganze Band gelten.

Danach geht es mit kürzeren Tracks weiter. ‚Ambrosia‘ ist eine schöne harte 6/8-Ballade mit tollem Gitarrensolo. Der vorletzte Song ‚The Dream Of The Sleeper‘ kommt mit über 13 Minuten daher und enthält unter anderem eine Sitar, gespielt von Craig Phillips, und Tablas, gespielt von Anoop. Beide greifen ihre Instrumente im letzten Song ‚Numbers‘ noch einmal auf, der einen perfekten, ruhigen Abschluss zu dem sonst so heftigen Album bietet. Neben den beiden hört man als Gäste Ala Yaktieen an der Violine und Omaid Rabani an den Keyboards auf ‚Sunrise At Midnight‘, sowie Dove Davis als Sänger bei ‚We Always Disappear‘.

70 Minuten geballter starker Tobak, der mehr als ein Durchhören braucht. Ein Album, das Progmetal-Fans und Liebhabern der Bands aller Beteiligten gefallen wird. Die Messlatte lag hoch, Einfallslosigkeit kann man der Band sicher nicht vorwerfen. Nach Ende der Aufnahmen kehrte Tanvir Tomal als fester Drummer zurück, um das Material mit seinen Bandkollegen live zu präsentieren. Neue Musik von Shumaun gibt es seitdem nicht, aber diese hier bekommt …
Bewertung: 9/15 Punkten (KR 9, PR 9)

Shumaun (Foto: Band)

Surftipps zu Shumaun:
Homepage
Facebook
Twitter
YouTube
Bandcamp
Soundcloud
Instagram
Spotify

Teilen.

Über den Autor

Philipp Roettgers

“Journalism is a low trade and a habit worse than heroin, a strange seedy world of misfits and drunkards and failures.” - Hunter S. Thompson. “Art is long and life is short, and success is very far off.” - J. Conrad

Kommentar verfassen

Shumaun – Shumaun

von Philipp Roettgers Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0