Cast – Power and Outcome

0

(70:30, CD, Progressive Promotion Records, 2017)
Nach der fantastischen Live-Blu-ray „Sands of Time“ aus dem Jahr 2016 gibt es vom mexikanischen Power-Komponisten Alfonso Vidales und seiner Band Cast jetzt die nächste Prog-Perle.

Es vergeht kein Jahr, in dem dieser rast- und ruhelose und vor allem kreative Musiker nicht seinen Ideenreichtum nutzt, um ein Werk dem anderen folgen zu lassen. Mit „Power and Outcome“ sticht die aus Mexiko stammende Band aus dem Einerlei des Retro- und Neoprog deutlich hervor. War das letzte Studioalbum „Vida“ noch ein leider viel zu wenig beachtetes Highlight, so sollte mit „Power and Outcome“ doch nun endlich der wohlverdiente Durchbruch in Europa gelingen.

Nach über 30 Jahren Bandgeschichte und mehr als 20 Studioalben haben sich die Musiker zumindest auf dem lateinamerikanischen Kontinent einen guten Namen erarbeitet. Vielleicht ist dem einen oder anderen unserer Leser das Baja Prog Festival in Mexicali, Baja California bekannt – Alfonso Vidales hat es lange organisiert. Er, der klassisch Ausgebildete, ist für die fantastische Tastenarbeit bei Cast zuständig, seine Frau Lupita Acuña und Sohn Bobby Vidales sind die Stimmen der Band. Der Chilene Claudio Codero, sorgt für die rasanten Gitarrenläufe und immer wiederkehrende druckvolle Dynamik.

Ein hohes Maß an Virtuosität bringt auch Teufelsgeiger Roberto Izzo aus Italien mit, er ist sonst festes Mitglied des klassischen Gnu Quartets. Mädchen für alles und Bassist ist Carlos Humarán, Schlagzeug spielt der bescheiden wirkende, aber sehr versierte Antonio Bringas.

Die Mexikaner zeichnen sich durch melodischen, teils symphonischen Prog und eine passende Spur Härte aus. Tempowechsel vom klassischen Klavier bis hin zu druckvollen oder symphonischen Keyboardteppichen, dazu virtuose Gitarren- oder Violinensoli sind schon beim ersten Titel ‚Rules of the Desert’zu hören. All das macht anspruchsvollen Progressive Rock aus.

Bobbys teils rauchige, in einigen kurzen Gesangspassagen auch bewusst verfremdete Stimme fügt sich nahtlos in die Songs ein. Wunderschön klassisch und mit tollen Melodiebögen kommt ‚Details‘ daher, um dann immer mehr an Fahrt zu gewinnen. Auch die weiteren Titel leben von Dynamik, Power, Melodie, Metal, Rock und Klassik. Vidales und seine Band verbinden diese Elemente zu einem eigenen, unverkennbar progressiven Stil, da bleibt wenig Zeit zum Luftholen.

Wer wie der Rezensent das Privileg hatte, die Band in Mexiko erleben zu dürfen, wird bestätigen, dass diese grenzenlose Spielfreude auch auf der Bühne zum Tragen kommt.Das aktuelle Cast-Album bietet alles, was sich das Sympho-/Retro-/Neoprog-Herz nur wünschen kann. Diverse Songs jenseits der Siebenminuten-Marke bedienen auch die Longtrack-Liebhaber. Mit etwas Glück und der Hilfe von Oliver Wenzler (Progressive Promotion) kommen dieses Jahr Liveauftritte von Cast in Deutschland zustande.
Bewertung: 13/15 Punkten (WE 9, KR 11, HR 13)

Surftipps zu Cast:
Homepage
Cast – Eine etwas andere Konzertreise 
Facebook
Bandcamp
Instagram
YouTube
Google+
Spotify
ProgArchives

Teilen.

Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

Antworten

Cast – Power and Outcome

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0