Hagen Von Bergen – Hargest Darken – Der dauernde Fluss

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(74:53, 78:48, 2CD, BI-ZA Records, 2016)
Freunden elektronischer Musik sind auf diesen Seiten bereits diverse feine Veröffentlichungen von Labels wie Lambert Ringlages Spheric Music oder Bernd Scholls Mellow Jet Records vorgestellt worden. Nun taucht ein weiteres Label auf, das eigenen Worten zufolge „progressive elektronische Musik“ zu Gehör bringt.
Die Rede ist von BI-ZA Records, einem künstlereigenen Independent-Label aus dem Hunsrück. Ins Leben gerufen wurde es von Hagen von Bergen, im wahren Leben Frank Schüßler. So ist es keine Überraschung, dass die erste Veröffentlichung, die an dieser Stelle besprochen wird, von ihm selbst stammt – weitere Präsentationen auch anderer Künstler des Labels dürften folgen.

Es handelt sich hierbei nicht um von Bergens Debüt, der Musiker kann bereits diverse Alben vorweisen, beispielsweise „Ei Allemol“ und „Abschied ist ein schweres Schaf“. So interessant die Titel, so amüsant die Kategorisierung: Im Zusammenhang mit ‚Ei Allemol‘, das 2014 immerhin auf der Nominierungsliste zum besten Album National beim Schallwelle-Award stand, die Beschreibung „Hunsrückelectroreggaeambient Music“.

Hargest Darken ist ein von Schüßler verwendeter Projektname, unter dem bereits „Abschied ist ein schweres Schaf“ veröffentlich wurde. Nun also zum ersten Mal die Vorstellung eines Produktes seines Labels, und das gleich in Form eines randvoll gepackten Doppelalbums. Die Songs sind schlicht und einfach durchnummeriert mit ‚Bardo 1‘ bis ‚Bardo 10‘, wobei rückwärts gezählt wurde. CD1 startet mit ‚Bardo 10‘, während ‚Bardo 1‘ das Doppelalbum beschließt. Diese beiden Titel bilden mit 26 bzw. 35 Minuten Laufzeit auch die deutlich längsten Songs, die meisten anderen bewegen sich im 10- bis 15-Minuten Bereich. Viel Zeit also für die Entwicklung der elektronischen Klangskulpturen.

Im Gegensatz beispielsweise zu den Spheric-Music-Alben spielen Sequenzer hier keine dominante Rolle. Das bedeutet nicht, dass man ohne Rhythmus auskommt, aber der Fokus ist ein anderer. Hier geht es um Klanglandschaften, um das Erzeugen atmosphärischer Soundskulpturen. Keine Melodien, die ins Ohr gehen. Keine Arrangements mit direktem Wiedererkennungswert. Stattdessen eine Mischung aus Dark Ambient, Avantgarde und einer Prise Berliner Schule. Der Schlusstitel ist beispielsweise insgesamt recht ruhig, entfaltet gelegentlich hypnotische Wirkung, und hat teils futuristische Züge, was auch für andere Titel gilt.

Vergleiche sind hier schwer zu ziehen, man muss sich selbst ein Bild davon machen. Die Klangspielereien kommen teils düster und kalt, an anderen Stellen aber auch mit einer gewissen Wärme daher.
Bewertung: 10/15 Punkten (JM 10, KR 10)


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Hagen Von Bergen – Hargest Darken – Der dauernde Fluss…

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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