Robb & Pott – Once Upon The Wings

0

(45:43, CD, Nasoni Records, 2016)
Robb & Pott ist das neue Projekt zweier Freunde, die sich auf dem Burg Herzberg-Festival kennengelernt haben, und „Once Upon The Wings“, ihr Debütalbum, ist das erste Resultat. Damals wusste Robb noch nicht, dass Herr Pott der Bassspieler seiner Lieblingsband  Space Invaders ist.  Die beiden umtriebigen Musiker Robbi Robb  und Paul Pott sind alles andere als unbeschriebene Blätter: Der in Kalifornien sesshafte Robb ist unter anderem bekannt für seine beiden Bands Tribe After Tribe und 3rd Ear Experience, während Pott (Space Invaders, Zone Six) ein essenzieller Bestandteil der hiesigen Space-Rock-Szene ist.

Interessant ist, dass „Once Upon The Wings“ entstehen konnte, obwohl die beiden ihre Parts getrennt von einander aufgenommen haben. Mit heutigen Web-Technologien ist es ja fast kein Problem mehr, die geographische Distanz zu überwinden. Dazu hat Robb Potts Bass- und Drumlines sein Gitarrenspiel hinzugefügt, bis die beiden zufrieden waren. Der dritte Titel des Albums, ‚Prophecy #1‘, wurde 2015 live in Gießen aufgenommen, als Robb mit 3rd Ear Experience durch Europa tourte. Dennis Gockel (Space Invaders, Weltraum, Knall) spielt das Schlagzeug und Joshua Adams den Synthesizer (Feverdog). ‚Prophecy #1‘ ist der spacigste Höhepunkt des Albums und ragt nicht nur wegen seinen 16 Minuten Spielzeit heraus. Hier wird das Können der erfahrenen Musiker besonders deutlich.

Zwei der fünf Titel sind gecovert, die anderen drei Eigenkompositionen. Alan Roseund die südafrikanische Band Peach werden mit dem psychedelischen Cover von ‚Flesh ’n Steel‘ gewürdigt, Rose und Robb haben in ihrer Jugend gemeinsam musiziert. Außerdem covern Robb & Pott ‚Grass‘, einen psychedelischen, ruhigen 60er-Jahre-Song der wenig bekannten Band Sam Gopal, zu der Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister gehörte. Denkbar ist, dass es sich hierbei um eine Hommage an den im Dezember 2015 verstorbenen Lemmy handelt. ‚Looney Toon‘ ist eine verspielte Nummer, die ihre Hawkwind-Momente hat, durch die lästig vielen Wiederholungen allerdings monoton zu werden droht. Dagegen ist ‚Space Ear‘ ein hypnotischer Abschluss mit ausdrucksvollen Bassriffs und einer schönen Symbiose beider Stimmen.

Robb & Pott haben sich zusammengetan, um Spaß zu haben. Ihr Debütalbum ist nicht repräsentativ für das, was die beiden bei ihren Stammbands bzw. -Projekten zu bieten haben. Während Titel wie ‚Space Ear‘, ‚Prophecy #1‘ und ‚Grass‘ wahre Blüten sind, ist „Once Upon The Wings“ insgesamt kein Meisterwek. Dennoch sollten sich Genre-Fans überlegen, das Album zu kaufen oder zumindest reinzuhören. Erhältlich auf CD und limitiertem Farb-Vinyl.
Bewertung: 9/15 Punkten

Surftipps zu Robb & Pott:
Facebook
Bandcamp
YouTube
artistecard
ProgArchives

Teilen.

Über den Autor

Antworten

Robb & Pott – Once Upon The Wings

von Deborah Wisskirchen Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0