Leprous – Live At Rockefeller Music Hall

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(51:35 + 48:33, CD/DVD, InsideOut/Sony Music, 2016)
Über den energiegeladenen, leidenschaftlichen Mitschnitt des Konzertes von Leprous im Juni dieses Jahres in der Rockefeller Music Hall in Oslo stattfand und über das Crowdfunding, mit dem die DVD-Produktion finanziert wurde, gibt es an dieser Stelle mehr zu lesen, seit Ende November liegt nun das entsprechende Paket wahlweise als DVD/CD, DVD, CD, LP/CD  oder digitaler Download vor.

Zur Rezension lag lediglich der Audiopart vor, er allein übt schon genügend Faszination aus, um das Live-Phänomen Leprous begreifbar zu machen. Angeblich wurden keinerlei Nachbesserungen im Studio vorgenommen, sondern der organische, rohe, aber auch sehr vielschichtige Livesound 1:1 auf Tonträger gebannt. Die Band hatte einen nahezu perfekten Abend erwischt, wenn man den schwärmenden Worten von Sänger und Keyboarder Einar Solberg traut: „Das war bisher eine der besten Nächte unserer Karriere“.

Zwar können die Norweger mittlerweile auf vier offizielle Studioalben zurückgreifen, deutlich im Fokus stand jedoch das letzte Werk „The Congregation“ (2015). Einige Ausschnitte aus den Vorgängern „Coal“ (2013) und „Bilateral“ (2011) rundeten die Setlist ab, das Debüt  „Tall Poppy Snydrom“ (2009) bleib komplett ausgespart.

Der theatralische, exaltierte Breitwandsound, wird durch komplexe Rhythmusmuster und messerscharfe Riffs durchschnitten, über denen der opernhafte, pathetische Gesang von Einar Solberg thront. Selbst die wildesten Parts werden in beängstigender Perfektion dargeboten, dennoch spürt man immer die Seele und Leidenschaft in der Musik, die den Prog Metal Marke Leprous auf eine ganz andere Stufe hebt. Das ist technisch vertrackt, verfügt über unglaubliche Härte und Präzision, ist jedoch gleichzeitig von ausschweifender Melodik und stimmiger Atmosphäre durchzogen, die der Band ein ganz eigenes, unverwechselbares Profil verleiht.

„Live At Rockefeller Music Hall“ präsentiert eine der derzeit besten Progressive Bands, die live hält, was sie im Studio austüftelt – in jeglicher Hinsicht großartiges Kopfkino voller Hingabe und Prägnanz. Im Frühjahr 2017 geht die Band mit dem Devin Townsend Project auf eine gemeinsame Europatour , sicherlich eine sehr lohnenswerte Kombination.
Bewertung – Audio only: 13/15 Punkten (KR 13, KS 13)

Leprous (Foto: Band)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Leprous – Live At Rockefeller Music Hall

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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