Eraldo Bernocchi & Prakash Sontakke – Invisible Strings

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r-9399937-1479891334-5032-jpeg(48:48, CD, Rare Noise, 2016)
Und noch eine Veröffentlichung aus dem Hause RareNoiseRecords. Diesmal hat Label-Mitbegründer Eraldo Bernocchi, seines Zeichens Designer, Musikproduzent und Musiker, eine eigene Scheibe veröffentlicht. Der ehemalige Punk-Gitarrist aus Italien hat sich mit dem indischen Slide-Gitarristen Prakash Sontakke zusammengetan. Heraus kam „Invisible Strings“.

Bei der Herkunft der beiden Herrschaften ist schnell klar, dass dies wieder ein Album ist, für welches mit der „Verschmelzung von Ost und West“ geworben wird. Auf dem Opener ‚The Last Emperor Walked Alone‘ wird diese versuchte Verschmelzung schon sehr deutlich. Die Gitarren schweben über einem elektronischen Beat und Keyboardteppichen und wechseln sich in der Führung ab. Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Album und wirkt gelinde gesagt nicht allzu aufregend, ja eher entspannend. Bernocchi hatte die Idee zu dem Projekt, nachdem ihm Sontakke mehrmals empfohlen worden war, und ließ sich zusätzlich von Brian Enos „Apollo“ von 1983 inspirieren.

Etwas großspurig sagt Bernocchi, er habe „viel mit Pedalen gearbeitet und habe den Sound der Gitarre, so wie wir ihn kennen, komplett neu geschaffen.“ Solche Statements sind mit Vorsicht zu genießen. Auf ‚Sublime Skies‘ zum Beispiel erzeugt Bernocchi mit der Gitarre viele schöne Effekte und Feinheiten, die klasse sind und Wirkung zeigen. Aber ob das ein komplett neu geschaffener Sound ist? Mit den speziell entworfenen Bariton-Gitarren hat er seine Ideen aufgenommen und an Sontakke geschickt, der wiederum hat seine Ideen dazu aufgenommen und zurückgeschickt. Dann hat Bernocchi viel geloopt und experimentiert, bis die Tracks fertig waren. ‚Bangalore Electric‘ sticht da positiv und sehr rund hervor. Hier scheint die Chemie zwischen beiden Musikern trotz der etwas distanzierten Arbeitsweise gestimmt zu haben.

Laut Bernocchi ist dies sein „bisher am tiefsten empfundenes und bewegendstes Album“. Als Beispiel sollte man den Closer ‚The Unsaid‘ nennen. Es ist einer der ruhigsten, schönsten und tiefgründigsten Songs des Albums und ein würdiger Abschluss, wenngleich er etwas abrupt und uninspiriert endet. Auf jeden Fall hat das ganze Werk eine gewisse Tiefe. Ein schönes Album, wenn man auf entspannte, indisch angehauchte Gitarrenmusik steht. Leider jedoch etwas eintönig.
Bewertung: 7/15 Punkten (KR 9, PR 7)

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Über den Autor

Philipp Roettgers

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von Philipp Roettgers Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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