Rundruf „Pink-Floyd-Tributes“

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»Natürlich ist die Musik von Pink Floyd an sich stark genug, um auf einer Bühne zu bestehen, die nur mit einer Taschenlampe beleuchtet ist.«

Die Idee hierzu entstand bei der Tourdaten-Pflege, u.a. für das von BetreutesProggen.de präsentierte Konzert von Any Colour (und Martigan! Kartenvorbestellungen via k.bornemann at email.de) am 22.10. im Casino in Euskirchen. Dabei fiel auf, wie relativ viele „Tribute-“ bzw. „Cover-Bands“ ständig in unserem Konzertkalender vertreten sind – und hier ganz besonders Bands, die sich dem Sound von Pink Floyd verschrieben haben. Aufgrund der freundlichen Teilnahme von Any Colour, Echoes, Interstellar Overdrive, RPWL (und ja, uns war sehr bewusst, dass Letztgenannte schon lange keine eigentliche Cover-Band mehr sind!) können wir Euch im Folgenden einen kleinen Überblick über diese quicklebendige Szene bieten. Nicht geantwortet haben übrigens The Final Cut und Pink Pulse, schade. Doch wer weiß, was sich dennoch aus diesem kleinen Anstoß weiter entwickeln mag. Es gibt bereits zumindest Ansätze zu „Barden-Treffen, gemeinsamen Konzerten oder sogar einem Gig-Pool“ der Floyd-Family. Doch lest selbst!

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Unsere Fragen

  1. Seit wann widmet ihr Euch dem Pink-Floyd-Material?
  2. Gibt es daneben auch noch andere musikalische Aktivitäten?
  3. Auf wie viele Auftritte pro Jahr kommt ihr im Schnitt mit dem Floyd-Programm?
  4. Ist Euch eine möglichst authentische Reproduktion wichtiger oder die individuelle Interpretation? Was glaubt ihr, wie Euer Publikum das sieht?
  5. Welche Rolle spielt neben der reinen Musik auch die Optik, z.B. die Lightshow?
  6. Habt Ihr Pink Floyd selbst noch live gesehen? Wann und wo?
  7. Kennt ihr Eure „Wettbewerber“ in diesem Markt? Wer ist für Euch die Referenz – falls Ihr eine außer dem Vorbild seht? Schaut Ihr Euch selbst Cover-Bands an?
  8. Was ist Euer Lieblingsalbum und -song von Pink Floyd?

Any Colour

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Für die Rheinländer unter den Pflegern des Floyd-Kulturgutes antwortete (abgestimmt mit allen Kollegen), Jürgen Brings.

  1. Any Colour wurde in dieser Form im Sommer 2014 gegründet. Einige Mitglieder waren allerdings schon früher in bekannten Floyd-Projekten aktiv und erfolgreich. Aber auch die anderen haben Erfahrung aus und in diversen Bands im Blues- und Rock-Bereich.
  2. Mehrere Bandmitglieder sind musikalisch auch in anderen Projekten aktiv, teilweise auch als Profis. Grundsätzlich gilt aber: Any Colour steht für alle im Mittelpunkt!
  3. Wir sind ja erst seit dem „Summer Of ’15“ live on stage. Bis Ende 2016 kommen wir auf zwölf regionale Konzerte. Ein guter Anfang, wenn man bedenkt, dass bisher keine intensive Werbung betrieben wurde und wir ohne Agentur arbeiten.
  4. Unser Ziel ist, für die Live-Zuhörer eine möglichst intensive „Floyd-Stimmung“ zu erzeugen. Dies kann bedeuten, möglichst „close to the record“ zu covern, aber auch Live-Versionen von Floyd selber werden zu unseren Arrangements herangezogen. Eigene Interpretationen oder Arrangements sind natürlich sehr verlockend! Aber bei Pink Floyd musikalisch noch einen draufzusetzen, ist schon sehr schwierig. Und das müsste es sein, sonst macht es keinen Sinn. Erfahrungsgemäß ist das Publikum und besonders diejenigen, die Pink Floyd nie im Original gesehen haben, dankbar für eine authentische Reproduktion. Auch wenn nicht jeder Ton identisch ist – Sound und Stimmung müssen passen! Nicht zu vergessen die vielen Floyd-Kenner und Soundfetischisten…
  5. Pink Floyd und ihre Show waren optisch eine untrennbare Einheit. Ein Gesamtkunstwerk. Soviel steht fest. Es bedeutet aber für die Lightshow einen riesigen technischen und damit finanziellen Aufwand, den die Veranstaltern nicht jedes Mal stemmen können. Wir versuchen einen Mittelweg zu gehen. Vor einiger Zeit lernten wir einen Laserspezialisten kennen und konnten ihn sowohl für die Musik, als auch für unser Projekt begeistern. Eine Lightshow können wir dadurch zu einem fairen Preis anbieten. Zudem gibt es auch gute „kleinere“ Optionen für Licht-Shows. Am liebsten hätten wir es aber natürlich immer mit Laser!
  6. Ja, haben wir, aber nicht alle! Die meisten hatten das Glück, Pink Floyd z.B. 1977 in der Dortmunder Westfalenhalle oder auf der Division-Bell-Tour in Köln live zu erleben.
  7. Die Referenz kann nur das Original sein. Dennoch schaut man natürlich, schon der Musik wegen, gerne mal bei den Kollegen rein, die wir natürlich kennen und schätzen! Was die Ausrichtung an einer Referenz angeht, so bietet auch das Original verschiedene Varianten, sei es Live vs. Album oder auch die Videos, die im Netz zu finden sind. Die Frage ist: Wie ist der Charakter des Stücks? Wie ist der Kontext, wie war es „geplant und gemeint“? Wie kommen wir dem möglichst nahe?
    Natürlich beschäftigen wir uns auch mit den weiteren Floyd-Projekten, sprechen darüber, welche Playlists gewählt wurden etc. So hat z.B. Echoes „Barefoot To The Moon“ (s.u., d. Redaktion) bei uns für Gesprächs- und Diskussionsstoff gesorgt.
  8. Das ist subjektiv sehr unterschiedlich und bei der Menge an hervorragendem Stoff auch schwer zu sagen. Hoch im Kurs sind auf jeden Fall ‚Comfortably Numb‘, aber auch ‚Shine On…‘ – schon der Tradition und Syd Barretts wegen. Bei den Alben ist es eher ein Bäumchen wechsel‘ Dich“ – mal mögen wir die älteren Platten mehr, z.B. „Animals“, dann mal wieder die „moderneren“, wie „Division Bell“.

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Echoes

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»Allerdings geben wir unsere eigene Persönlichkeit nicht am Bühnenaufgang ab«

Für die Floyd-Tribute-Institution Echoes stand für uns Drummer, Booker und Gründungsmitglied Steffen Maier am Echolot bereit.

  1. Echoes gehen aus einer ehemaligen Schülerband mit Top-40-Programm hervor, in der wir schon Ende der 80er, Anfang der 90er einen Pink-Floyd-Block gespielt haben. 1993 kam die Idee auf, ein komplettes Programm ausschließlich mit Pink Floyd zu machen. 1995 war dann das erste Konzert von Echoes. Damit dürften wir zumindest die erste Pink-Floyd-Tribute-Band im deutschsprachigen Raum gewesen sein, jedenfalls lange bevor der Tribute-Boom überhaupt in Sicht kam.
  2. Ja, einige. Unser Gitarrist und Sänger Oliver Hartmann ist wie Du weißt fester Bestandteil von Avantasia, mit denen er erst dieses Jahr wieder eine Welt- und Festival-Tournee gespielt hat, beim deutschen ESC-Vorentscheid dabei war und auch schon mehrfach in Wacken als Headliner auf der Bühne stand. Ebenso war er in den letzten Jahren bei „Rock Meets Classic“ mit von der Partie. Aktuell steht sein neues, fünftes Hartmann-Soloalbum „Shadows and Silhouettes“ kurz vor der Veröffentlichung. Daneben ist er auch noch ein vielgefragter Studio-Musiker.
    Bassist Martin Hofmann hat in den 80ern mit der Progband Scaramouche eigenes Material veröffentlicht. Aber auch mit Echoes selbst haben wir ja das klassische Cover-Terrain mit unserer Acoustic-DVD/-CD „Barefoot To The Moon“ ein wenig verlassen. Dafür haben wir komplett neue Arrangements – teilweise auch mit Streichquartett – entwickelt und die Songs von Pink Floyd ohne elektrische Instrumente auf ihren Kern reduziert, was sehr spannend war. Das Feedback und auch die Verkaufszahlen waren unglaublich positiv, sodass wir jetzt im November noch eine Doppel-Vinyl-LP und eine Blu-ray-Disc von „Barefoot To The Moon“ nachlegen. Scheinbar haben wir da einen Nerv getroffen. Deshalb wird es im Winter 2016/17 auch eine große Acoustic-Tour mit Konzerten in sehr spezieller, völlig anderer Atmosphäre geben.
  3. In den letzten Jahren haben wir das immer ein wenig limitiert, weil die einzelnen Musiker eben auch anderweitig eingespannt waren. Da kamen dann so 25 bis 30 Konzerte im Jahr zusammen, auch wenn es immer Anfragen für deutlich mehr Konzerte gab.
    Inzwischen haben wir aber, auch aufgrund der zusätzlichen Acoustic-Tour, die 50er-Marke überschritten. Dazu kommt, dass wir immer mehr auch international unterwegs sind. Im Sommer waren wir zum ersten Mal in Kroatien, im Herbst steht mit dem Konzert in Moskau unser erstes Russland-Gastspiel an. Das sind Dinge, die wir natürlich gerne weiter ausbauen möchten. Trotzdem achten wir darauf, uns nicht zu „überspielen“. Ein Konzert mit dieser Musik ist auch eine mentale Herausforderung, für die man jeden Abend einen möglichst frischen und entspannten Kopf braucht. Spielt man zu viel, kann man das meiner Meinung nach nicht mehr bei jedem Konzert leisten, und das merkt dann auch das Publikum. Insofern gönnen wir uns den Luxus, bei der Auswahl unserer Konzerte auch ein wenig wählerisch sein zu dürfen und setzen auf Qualität vor Quantität.
  4. Authentizität ist sehr wichtig, vor allem in der Hinsicht, dass man Intention, Spirit und Essenz des Originals verstanden und verinnerlicht hat. Allerdings geben wir unsere eigene Persönlichkeit nicht am Bühnenaufgang ab. Auch wenn wir bei Echoes „nur“ Tribute machen, sind wir keine Nachspiel-Roboter, sondern Individuen, die auch ihre eigenen Vorstellungen in diese Musik mit einfließen lassen. Wir bekommen öfter gesagt, dass wir im Vergleich zum Original „mehr Eier“ auf die Bühne bringen, also etwas erdiger und rockiger sind. Aber es hat ohnehin jeder sein eigenes, ganz persönliches Bild von Pink Floyd im Kopf. Dieses Ideal bei jedem Zuhörer zu treffen, ist unmöglich. Man kann als Tribute-Band nur ein Angebot machen und hoffen, dass die Leute daran Gefallen finden. Das scheint bei Echoes zum Glück der Fall zu sein, sonst hätten wir es nicht so viele Jahre mit diesem Erfolg machen können.
    Wir halten uns – vor allem in den markanten Passagen – zwar sehr ans Original, gönnen uns aber an anderer Stelle auch einen gewissen Spielraum. So durchforsten wir z.B. regelmäßig Bootlegs und YouTube-Videos von Pink Floyd oder von Solo-Konzerten von David Gilmour und Roger Waters. Da finden sich einige sehr gute Sachen, die die Herren anders gemacht haben als auf dem jeweiligen Album. So etwas ist sehr inspirierend. Und wir haben auch eigene Ideen, wo und wie man behutsam etwas verändern könnte. Da bieten sich einige Möglichkeiten, zumal Pink Floyd ihrer Musik unheimlich viel Raum gelassen haben. Dieses „Feintuning“ steht aber immer unter der Prämisse, den Kern bzw. die Essenz des Songs nicht anzutasten. Es gibt dabei natürlich Toleranz-Grenzen, und sicher haben wir die auch unbewusst schon mal überschritten und unserem Publikum damit einiges abverlangt. Andererseits sind dadurch aber auch schon ganz tolle Sachen entstanden, die uns selbst faszinieren und dafür sorgen, dass es auch nach über 20 Jahren spannend bleibt.
    Ein gutes Beispiel dafür ist dieses Jahr, in dem wir Oliver Hartmann wegen seiner Tour mit Avantasia für ein halbes Jahr ersetzen mussten. Wir wollten da nicht einfach irgendeinen Gitarristen als Ersatz haben, sondern haben uns mit Dennis Hormes einen der Top-Leute der internationalen Gitarristen-Szene ins Boot geholt. Glücklicherweise war Dennis von dieser Idee ebenfalls sehr angetan und hat spontan zugesagt. Es war absolut faszinierend, wie sich so jemand das Material von David Gilmour zu eigen macht und es aus einem etwas anderen, frischen Blickwinkel interpretiert. Es war anders, aber trotzdem grandios. Und es hat dem Geist von Pink Floyd entsprochen, auch wenn es für manchen Zuhörer vielleicht eine Herausforderung war. Man sollte den Pink-Floyd-Hörer aber auf keinen Fall unterschätzen. Die meisten sind nämlich solchen Dingen gegenüber wesentlich aufgeschlossener, als man vielleicht vermuten könnte.
    Wer also eine 1:1-Kopie erwartet, könnte bei uns enttäuscht sein. Für uns ist ein Song nichts Statisches, sondern etwas Organisches, was über die Jahre wächst und sich vielleicht auch verändert – gerade live. Das steht ja auch ganz im Geist von Pink Floyd, der ja immer sehr open-minded, neugierig und experimentell war. Die konservative Herangehensweise, alles exakt Ton für Ton nachzuspielen und bloß nichts zu verändern, würde dem widersprechen. Wenn wir das so gemacht hätten, würde es uns heute wahrscheinlich nicht mehr geben, weil es uns irgendwann zu langweilig geworden wäre.
  5. Pink Floyd sind ja das Synonym und der Maßstab schlechthin für bombastische Lightshows. Natürlich haben auch wir von Anfang an sehr großen Wert auf die visuelle Umsetzung gelegt. In den 90ern haben wir das noch mit Dias gemacht, bewegtes Licht konnte man sich noch gar nicht leisten. Inzwischen sind wir aber sowohl von der Technikseite als auch von der Band auf einem Level angelangt, wo man sehr aufwändige und komplexe Shows umsetzen kann. Unser Lichttechniker ist praktisch der unsichtbare Musiker, denn er muss die Songs genauso gut kennen wie wir. Für größere Shows gibt es dann auch eine komplette digitale Preproduction. Da werden dann auch mal an die 100 kopfbewegte Lampen und die dicken Laser ausgepackt.
    Aber letztlich kommt es darauf gar nicht so sehr an, weil die Musik von Pink Floyd sich auch selbst wunderbar trägt und diesen ganzen Bombast – so schön und spektakulär er auch ist – eigentlich gar nicht nötig hat. Das wissen wir von hunderten Konzerten in Clubs und kleineren Hallen, wo eine solche Materialschlacht erst gar nicht möglich ist – und trotzdem gelingt es immer wieder, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen.
    Besonders stolz sind wir auf unsere Videos. Da haben wir nämlich noch nie die Originale verwendet, sondern schon von Anfang an auf eigene Produktionen gesetzt. Zum Glück hatten und haben wir immer unheimlich kreative Leute um uns, die da ganz tolle Sachen für uns entwickeln und bereitstellen.
  6. Unser Bassist Martin hat Pink Floyd 1977 in der Frankfurter Festhalle auf der Animals-Tour gesehen. Unser Keyboarder Paul und ich waren 1994 im Münchner Olympiastadion auf der „Division Bell“-Tour. Und natürlich sind wir auch immer zugegen, wenn die Herren Waters und Gilmour eine Solo-Tour absolvieren. Erst vor ein paar Wochen waren wir bei David Gilmour in Wiesbaden – ein fantastischer Abend!
  7. Natürlich verfolgt man mit, was auf dem Markt der Pink-Floyd-Tributes so alles passiert. Die Referenz kann aber nur das Original sein. Wir haben uns zwar auch schon mal die Australier angeschaut, allerdings nicht aus dem Blickwinkel des Floyd-Fans, sondern eher um zu sehen, wie die ihre Produktion umsetzen. Dafür muss man allerdings nicht mal unbedingt ins Konzert gehen, denn auf YouTube findet sich ja genügend Material, auch von anderen Pink-Floyd-Tributes.
    Ich selbst schaue mir privat eigentlich fast nie andere Tribute- oder Cover-Bands an. Ausnahmen sind da nur Tributes von Bands, die ich selbst nie live sehen konnte, z.B. weil ich damals noch zu jung war. Das trifft vor allem auf die frühen Genesis mit Peter Gabriel zu. Als ich zum ersten mal das Genesis-Tribute Seconds Out gesehen habe, hat es mir fast die Füße weggezogen, so beeindruckt war ich damals davon. The Musical Box toppen das qualitativ sogar noch, auch wenn ihre Shows aufgrund der peniblen Adaption der Original-Konzerte manchmal ein wenig steril wirken. Da sind Seconds Out irgendwie frischer und überraschender. In dem Fall mag ich aber beides. Und für den reinen Spaß ist z.B. eine Show von Dieter Thomas Kuhn absolut zu empfehlen (lacht)
    Ansonsten nutze ich meine spärliche Freizeit aber eher dafür, Konzerte mit neuer Musik zu hören. Da gibt es auch keine Gefahr, in den „Business-Modus“ zu fallen und alles mit den Augen und Ohren des Musikers oder Bookers wahrzunehmen, sondern ich kann das Konzert einfach genießen und auf mich wirken lassen.
  8. Bei den Alben wechselt es, wobei für mich „Wish You Were Here“ und das leider viel zu wenig gewürdigte „Animals“ ganz oben stehen. Die Frage nach dem besten Song ist dagegen ganz einfach zu beantworten: ‚Comfortably Numb‘ ist von einer derart erhabenen Schönheit und Melancholie, dass die Zeit ihm nichts anhaben kann.

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Floyd Division

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Für die österreichische Formation antwortete Sänger Roman Bischof.

  1. Seit 2009.
  2. In dieser Konstellation nicht, aber natürlich spielen die einzelnen MusikerInnen noch in weiteren Projekten und Bands.
  3. Auf zehn bis 20 Gigs.
  4. Wir versuchen, uns sehr eng an das Original zu halten, und lassen uns wenig Raum für Eigeninterpretationen. Das haben wir uns von Anfang an vorgenommen, und sind auch kaum von diesem Weg abgekommen. Wir orientieren uns musikalisch hauptsächlich an den P.U.L.S.E-Live-Versionen, und bei den älteren Stücken auch mal an der Album-Version oder an Versionen, die Roger Waters solo live gespielt hatte.
    Ich denke das Publikum sieht und hört es gemischt, und einige schätzen dieses Attribut sehr, andere würden sich wiederum mehr Platz für Eigeninterpretation wünschen. Das ist wie bei einer Speisekarte, man kann es nicht jedem recht machen, auch bei der Song Auswahl nicht. Bei uns kommt es aber sehr gut an, wenn wir dem Feedback glauben dürfen.
  5. Eine sehr große Rolle würde ich meinen, da es für unser Paket enorm wichtig ist, und der optische Aspekt vor allem in der späteren Pink-Floyd-Phase doch sehr wichtig war. Wir möchten dieses Feeling gerne nachbilden. Wobei das nicht immer möglich ist, weil beispielsweise die Location zu klein ist, der Veranstalter zu wenig Budge hat etc. Aber natürlich ist die Musik von Pink Floyd an sich stark genug, um auf einer Bühne zu bestehen, die nur mit einer Taschenlampe beleuchtet ist.
  6. Ich persönlich habe sie 1988 in Wien gesehen und 1994 in Wiener Neustadt und München.
  7. Ja, man kennt sich, teilweise virtuell, teilweise aber auch persönlich. Live gesehen habe ich aber bislang leider nur die Aussies und Brit Floyd . Mit den Letztgenannten habe ich auch backstage sehr nett plaudern können. Und ich halte gerade die Show der Briten für sehr stark.
  8. Lieblingsalbum ist schwierig weil ich jedem Album etwas abgewinnen kann. Aber wenn es sein muss – „Animals“. Lieblingssong: ‚Echoes‘. Und ‚Dogs‘. Und und und …

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Interstellar Overdrive

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Bei Wiesbadener Interstellar Overdrive (es gibt übrigens auch italienische, französische und griechische Bands dieses Namens) legte Bandmanager Franz-Peter Hahner, der auch für Light Design verantwortlich zeichnet, für uns den höchsten Gang ein.

  1. Wir spielen seit 1997 in der aktuellen Besetzung.
  2. Wir haben alle verschiedene Nebenprojekte mit teils eigenem Material.
    unser zweiter Schlagzeuger Frederik Ehmke spielt seit 2006 bei Blind Guardian.
  3. Auf etwa 15-18.
  4. Wir sind sehr nah am Original, wobei wir bei älteren Material (1967-1970) viel improvisieren.
  5. Oft müssen wir mit dem vorlieb nehmen, was vor Ort vorhanden ist. Bei größeren Produktionen bevorzugen wir die Lightshow der frühen Siebziger, wobei wir auch nur Material bis 1979 (The Wall) spielen.
  6. Ich selbst habe Pink Floyd 1977 das erste Mal gesehen. Die Bandmitglieder haben inzwischen Roger Waters und David Gilmour live erlebt.
  7. Ich habe schon sehr viele gesehen u.a. The Australian Pink Floyd Show, The Machine, Echoes oder Pulse (aus dem Saarland).
  8. Lieblingsalbum ist schwer zu sagen, da jeder von uns ein anderes bevorzugt. Lieblingslied: ‚Echoes‘.

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RPWL

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Für die international erfolgreiche Freisinger Formation stand uns Sänger und Keyboarder Yogi Lang Rede und Antwort.

  1. Nun, es war mehr oder weniger der Grund, wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Das war so Ende der Neunziger, wir waren alle in Studios unterwegs und wollten wieder Live-Musik machen. In Jam Sessions spielten wir alte Pink-Floyd-Themen oder auch Songs, die nur keine oder wenige kannten und waren regional schnell bekannt als die Band, die zwar nur vier Songs spielt, dafür aber meist mehr als zwei Stunden braucht.
  2. Pink Floyd war quasi für uns eher eine Initialzündung, um als Band zusammen zu finden. Nach unserem ersten Album haben wir das nicht mehr so oft gemacht und uns nur noch auf die eigenen Stücke konzentriert. Allgemein sind die musikalischen Aktivitäten natürlich mannigfaltig, denn die ganze Band macht ja ausschließlich Musik. Mittlerweile ist gibt es um RPWL ja auch noch das hauseigene Label Gentle Art Of Music, Studios, Verlag und vieles mehr, um auch anderen Bands eine entsprechende Plattform zu bieten.
  3. Wir waren bis zu „The Man and the Journey“ überhaupt nicht mit Pink-Floyd-Material auf Tour. Ein polnischer Konzertveranstalter hatte uns einmal anläßlich des Todes von Rick Wright einmal gebeten, ein paar Termine zu spielen. Wir entschieden uns für die „In The Flesh“ Tour (von 1977/78), quasi die letzte Tour der klassischen Pink Floyd Ära, die Rick Wright wirklich ganz mit an Bord war. Das war aber eine Ausnahme. Mit „The Man And The Journey“ haben wir insgesamt bis jetzt vielleicht so 15 Stück, aber es folgen noch einige in unsere Herbst-Tour, so dass wir die 30 schon noch voll bekommen. Das ist zwar etwas neues für uns, so lange mit Pink Floyd unterwegs zu sein, aber so lange wir uns damit wohl fühlen, ist das wunderbar.
  4. Also die Reproduktion hat uns nie sonderlich gereizt. Das ist auch der Grund, warum eben „The Man And The Journey“ so interessant für uns und für das Publikum ist. Es ergeben sich immer wieder neue Entwicklungen im Spiel auf der Bühne, die das Konzert offen und am Leben hält. Auch die Urheber selber haben die Show ja nie gleich gespielt, sondern immer variiert. Um ganz allgemein die Musik von Pink Floyd zu verstehen, darf man sie nie ganz reproduzieren. Die Musik ist immer auch aus dem Live-Moment entstanden, reproduzierst du diese Teile, stirbt die Musik.
  5. Optik war immer ein großer Teil des Gesamtkunstwerks einer Show. Im Fall von „The Man And The Journey“ ist dieser Teil ähnlich der experimentell wie die Musik. Aber auch hier reproduzieren wir nicht, sondern greifen die Idee auf und transportieren sie ins Hier und Jetzt. Wichtig ist auch hier der Live Moment, deshalb war die Umsetzung der Licht und Video Show eine Herausforderung.
  6. Mein erstes quasi Pink-Floyd-Konzert war die „About Face“-Tour von David Gilmour 1984 im Münchener Circus Krone. 1987 kam ja dann die erste Reunion-Tour, die ich gleich zweimal gesehen habe, in München und in Graz (glaub ich). Für mich als Mensch, der jetzt nicht gerade gerne auf Konzerte geht, hat man das ja dann auch gesehen.
  7. Nein, keine und Nein. Es gibt nur wenige, die dem Ganzen eine Note hinzufügen können und somit Leben in die Musik hauchen. Wenn das aber der Fall ist, kann etwas neues entstehen, etwas unerwartetes. Dann macht das Spaß.
  8. „Animals“ war mein erstes Album, das ich bei meinem Cousin 1977 auf Kassette kopiert habe. Deshalb wird es für mich immer ein besonderes Album bleiben und unter diesem Aspekt zähle ich auch ‚Dogs‘ zu meinen Favoriten. Aber bei solch einem Backkatalog hängt das auch wirklich von der Tagesform ab, welches Album oder welcher Song gerade am besten zur Stimmung passt.

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Über den Autor

Klaus Reckert

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Rundruf „Pink-Floyd-Tributes“

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 15 min
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