Marbin – Aggressive Hippies

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Marbin-AggressiveHippies-2015-Cover(54:39, CD, Moonjune/Cargo, 2015)
Die Band Marbin aus Chicago veröffentlichte 2009 ihr selbstbetiteltes Debüt, es folgten „Breaking the Cycle“ (2011), „Last Chapter of Dreaming“ (2013) und „The Third Set“ (2014). Bei Insidern haben sich die Amerikaner mit vielen Auftritten inzwischen einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeitetet. Das aktuelle Album „Aggressive Hippies“ spielten Dani Rabin (Gitarre, Guitar Synthesizer), Danny Markowitch (Sax), Greg Essig (Drums) und Bassist John W. Lauter ein.

Worauf außer auf das Cover-Artwork sich der Albumtitel bezieht, weiß der Rezensent nicht, zumindest aber spiegelt er sich in der musikalischen Darbietung wider – einem energiegeladenen instrumentalen Mix aus Jazz und Fusion, verbunden mit Rock, Blues und experimenteller Musik. Durchgehend begleitet den Hörer ein kaum je agressives Feuerwerk an Soli, wobei sich vor allem Dani Rabin an der Gitarre, Saxofonist Danny Markowitch und Greg Essig an den Drums als Pyrotechniker abwechseln.

‚Y’all Are Good‘ präsentiert exzellente Gitarrenarbeit. Während vor allem Schlagzeug und Bass die Strukturen vorgeben, unterstützt Markowitchs charakteristisches Saxofon-Spiel den Song eindrucksvoll. Beim atmosphärisch entspannten ‚Intro‘ darf kurz durchgeatmet werden, dann geht es etwas hektisch und fast atemlos mit ‚African Shaby‘ weiter. Saxofon und Schlagzeug geben hier eindeutig Tempo und Rhythmus vor. Dagegen fließt ‚Juke Joint‘ mit seinen Saxofon- und Gitarren-Soli deutlich ruhiger dahin. ‚O’l Neckin“ ist ein Stück mit hervorragenden Drums und lebendig agierendem Saxofon, hier sind Tempo, Virtuosität und Agressivität durchaus im Einklang.

Persönlicher Favorit des Rezensenten ist das neunminütige ‚Morning Star‘: Balladenhaft beginnend, schmeichelt sich der Titel gefühlvoll in die Gehörgänge, um dann unterstützt von Gitarre und Bass an Fahrt zu gewinnen. Die eingestreuten Jazz-Strukturen und die Rückkehr zum entspannten Beginn machen diesen Titel insgesamt zu einem beruhigenden Erlebnis. ‚Aggressive Hippies‘ ist der kürzeste Titel und lädt zum Mitwippen oder Tanzen ein. Am Ende des Albums bietet das druckvolle und energiegeladene ‚Jambo‘ noch einmal Jazzrock vom Feinsten.

Wer ein Faible für gut gemachte und vor allem sehr lebendige Jazz-Fusion hat, sollte es mal mit Marbin probieren.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 11, HR 10)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Marbin – Aggressive Hippies

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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