Three Trapped Tigers – Silent Earthling

0

Three Trapped Tigers - Silent Earthling(47:05, CD, Superball Music, 2016)
Instrumental Noise Rock. Etwas ausführlicher: Adam Betts (Schlagzeug), Matt Calvert (Gitarre, Keyboards) und Tom Rogerson (Keyboards) bilden das Instrumentaltrio Three Trapped Tigers. Die Tatsache, dass Three Trapped Tiggers mit den Deftones und Dillinger Escape Plan auf Tour waren, mit Eno und Karl Hyde vom Elektronik-Duo Underworld zusammenarbeiteten, und auch schon einen Auftritt mit Ståle Storløkken (u.a. Supersilent, Motorpsycho) absolvierten, lässt einige Rückschlüsse auf ihre Ausrichtung  zu.  Brian Eno zufolge nehmen die Briten eine Vorreiterrolle in der aktuellen Musikszene ein. Nach drei EPs in den Jahren 2008 bis 2010 und zwei Longplayern folgt mit „Silent Earthling“ nun das dritte Album der experimentellen Soundtüftler aus London.

Namedropping ist eigentlich nicht nötig, denn die Qualitäten der Tigers sprechen für sich: Fulminant setzen sie hier groovige, verfremdete Gitarrenakkorde mit einer virtuosen Rhythmus-Maschinerie und sphärischen, trancigen Tastensounds bzw. Klangschichten unter Dampf. Dies mutet wie der Soundtrack zu einem abdrehten Science-Fiction-Film an, klingt bisweilen wie moderner Alternative Space Rock auf Speed, dann auch nach komplett durchkalkuliertem Math Rock. Dazwischen finden sich aber immer wieder mal deutlich zurückgenommene melodische Momente sowie Synthie- und Elektronikspielereien, die die 1970er- und 1980er-Jahre wiederaufleben lassen. Die stets virtuose Rhythmik dient als Bindeglied und sorgt für gehörig Power.

Das ist genreübergreifende, zeitgemäße Instrumentalmusik, für die Matt Calvert noch Entwicklungspotenzial sieht: „Es gibt immer viele Ideen und Möglichkeiten für unseren Sound, die wir bisher noch nicht sondiert haben.“
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 11, KS 10)

Surftipps zu Three Trapped Tigers:
Homepage
Facebook
Twitter
Spotify
iTunes
Superball Music

Teilen.

Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

Kommentar verfassen