The Ed Palermo Big Band – One Child Left Behind

0

The Ed Palermo Big Band - One Child Left Behind(67:35, CD, Cuneiform Records, 2016)
Seit mehr als zwei Jahrzehnten hält der Saxophonist, Komponist und Arrangeur Ed Palermo aus New Jersey Frank Zappas Vermächtnis hoch. Mehrfach veröffentliche er Alben, die ganz in der Tradition des verstorbenen Meisters gehalten sind und teilweise neue Arrangements seiner Werke enthalten. Doch Palermo beschränkt sich mit seinem zappaesken Sound eben nicht nur auf dessen sogenannte Big-Band-Phase, die vor allem in den 1972er-Alben „The Grand Wazoo“ und „Waka/Jawaka“ kulminierte. Er greift auch auf Material weiterer Zappa-Alben zurück, covert andere Künstler und bringt eigenes Material ein. Erstaunlicherweise muten die Unterschiede in der Umsetzung marginal an, alles bildet einen großen klanglichen Gesamtkontext.

Deswegen erstaunt es auch nicht, dass auf dem aktuellen Output „One Child Left Behind“ neben diversen Ausschnitten aus dem umfangreichen Zappa-Oeuvre (z.B. ‚Village Of The Sun’, ‚Pygmy Twylyte’, ‚Po-Jama People’ ‚Fifty-Fifty) lässige Neuinterpretationen zum Beispiel von Neil Youngs ‚Harvest Moon’ (Neil Young)’ oder Giorgio Moroders ‚Scarface’ stehen. Insgesamt agiert die 18-köpfige The Ed Palermo Big Band jazziger, direkter und weit weniger verschroben als Zappa. Vieles kommt hier exakter auf den Punkt, dennoch beeindrucken die diffizilen Arrangements durch ihre Vielfalt und mitreißende Spielfreude. Vielleicht war es ein Vorteil, dass das komplette Material bereits im Livekontext ausprobiert und verfeinert wurde, was die Studioaufnahmen erheblich vereinfachte. Gastauftritte von Zappa-Mitstreiter Napoleon Murphy Brock sorgen für einen Extrakick beim Gesang. Perfekte Unterhaltung!
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, KS 11)

Surftipps zu The Ed Palermo Big Band:
Homepage
Bandcamp
Cuneiform Records
iTunes
Soundcloud
Twitter
YouTube

Teilen.

Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

Kommentar verfassen