Steven Wilson, 15.01.16, Bochum, Jahrhunderthalle

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„That was dreadful! Concentrate, guys“, ermahnte Steven Wilson seine Mitstreiter nach dem verpatzten Start von „Routine“ – es sollte der einzige Ausrutscher in einem ansonsten makellosen Konzert sein.

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Wilson hat sich in seiner Karriere als „Prog-Genius“ einen extrem guten Ruf erarbeitet. Alles, was er anpackt, wird zu Gold. Und so war es nur zu erwarten, dass die Tour zur aktuellen Platte „Hand.Cannot.Erase“ nichts an diesem Umstand ändern würde. Für diese Tour hat sich Wilson einmal mehr illustre Gesellschaft in’s Boot geholt: Nick „sexy blond bomb shell“ Beggs (Bass, Stick), Dave Kilminster (Gitarre), Adam Holzman (Keyboards) sowie Craig Blundell (Drums).

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Das Konzert war in zwei Sets unterteilt. Im ersten Set performte das Quintett „Hand.Cannot.Erase“ in Gänze, das zweite Set war ein Mix aus älterem und brandneuem „4 1/2“-Material, aber auch Songs von Porcupine Tree und Bass Communion wurden zelebriert.
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An der Performance der fünf Herren gab es absolut nichts auszusetzen, sind sie doch allesamt Meister an ihren Instrumenten, aber ein Musiker stach dann doch hervor: Dave Kilminster glänzte und beeindruckte extrem. Sein Spiel schien zunächst fast unscheinbar, er ging fast unter neben seinem Arbeitgeber Wilson, auf den halt auch mehr Scheinwerfer gerichtet waren. Doch was er an fast schon zärtlichen Soli auf der Gitarre zu Tage förderte, war schlichtweg der Hammer. Es war ein Genuss, diesem Mann an der Gitarre zuschauen und hören zu dürfen!
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Was alle Fünf einte, war der geringe Aktionsradius auf der Bühne – viel Action war nicht. Auch gab es recht wenig Interaktion mit dem Publikum in der ausverkauften Jahrhunderthalle. Einzig Steven Wilson suchte in beiden Sets hin und wieder den Kontakt zur beeindruckten Menge, blieb aber auch relativ distanziert. Diese Distanz wurde im zweiten Set noch unterstrichen durch einen durchsichtigen Vorgang, der nach einigen Songs von der Bühnendecke gelassen wurde. Bis zum Rest des zweiten Sets spielte die Band also hinter diesem Vorhang, auf den Bilder und Videosequenzen projiziert wurden.
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Ansonsten wechselten sich Lichteffekte und Videosequenzen ab. Speziell im ersten Set während der Performance von „H.C.E“ wurde fast jeder Song durch ein Video unterstützt, unter anderem von dem sicherlich bekannten Clip zu ‚Perfect Life‘.
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Nach dem zweiten Set gab es noch eine Zugabe, die schließlich mit ‚The Raven That Refused To Sing‘ endete. Damit endete ein sehr beeindruckender Auftritt der Musiker, die sich hernach lange auf der Bühne feiern ließen.
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Das Konzert war im übrigens so schnell ausverkauft, dass kurzerhand ein Zusatzgig in Bochum anberaumt wurde. Dieser Zusatzgig fand einen Tag vor diesem Auftritt statt. Und hier (wie in München, s.u.) war dann auch Sängerin Ninet Tayeb mit von der Partie, beim regulären Auftritt jedoch leider nicht.
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Text: Andrew Ilms
Live-Fotos (München, 13.01., Philharmonie): Monika Baus.
Ihr „PS“ zu den Bildern:
Ganze elf Minuten gab man uns Fotografen (während ‚First Regret‘ und ‚3 Years Older‘). Hinter dem Mischpult am Treppenaufgang. Die Kamera und folglich auch ihre Besitzerin mussten hernach für das komplette folgende Stück den Saal verlassen. Als Kulturbanausin, die bisher noch zu keiner Gelegenheit in der ehrwürdigen Münchner Philharmonie im Gasteig war, weiß ich nicht, ob das in diesem Hause immer so gehandhabt wird. Doch nichts für ungut, auf die Show kommt es an, oder? Und diesbezüglich ist auf den Meister ja Verlass. Also keine Barfußbilder von Steven diesmal. Und keine Fotos von Gastsängerin Ninet Tayeb, denn sie betrat erst zu ‚Routine‘ die Bühne.

Surftipps zu Steven Wilson:
Homepage
Micropage HandCannotErase.com
Twitter (H.C.E.)
Twitter (Steven Wilson)
Steven Wilson @ Facebook
Konzertbericht 20.03.15, Köln
Setlist 13.01.16
Setlist 15.01.16
Wikipedia zu Steven Wilson

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Über den Autor

Höre eigentlich alles, was mit großartigen Melodien aufwarten kann, habe mich in den letzten Jahren nach und nach jedoch eher den Richtungen Alternative und Prog zugewandt, bin aber auch sehr offen für die leisen Töne.

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Steven Wilson, 15.01.16, Bochum, Jahrhunderthalle

von Andrew Ilms Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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