Mike Oldfield – Discovery (Back To Black, Vinyl-Reissue)

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Discovery(41:16, LP+Download, Universal, 2016)
Dieser Tage erscheinen mit „Discovery“ und „The Killing Fields“ zwei weitere Alben von Mike Oldfield  in diversen Formaten als Reissues. „Discovery“  u.a. als Deluxe-CD, auf der auch die vor einem Jahr angekündigte „The 1984 Suite“ enthalten ist. In diesem Betrag nehmen wir die Vinyl-Ausgabe von „Discovery“ unter die Lupe.

„Discovery“ zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Alben Oldfields, was vor allem an seinen vielen Single-Hits in den frühen 80ern liegt. Das Vorgängeralbum „Crisis“ hatte mit ‚Moonlight Shadow‘ und ‚Shadow On The Wall‘ zwei seiner größten Erfolge gebracht. Wohl auf sanften Druck der Plattenfirma Virgin wurde dann auch „Discovery“ in weiten Teilen ein Pop-Album, das mit ‚To France‘ ein weiteren Single-Hit lieferte. Im Grunde besteht die komplette erste Seite aus  potenziellen Singles. Die Songs sind durchweg clever arrangiert, lassen hier und da ein paar Folk-Einsprengsel und natürlich Oldfield’sche Gitarrenklänge hören, sind aber allesamt Kinder ihrer Zeit, mit für die 80er-Jahre typischen Drum- und sonstigen Sounds. Als Sänger fungierten Maggie Reilly (wie bereits auf „Crisis“) und Barry Palmer, der dem Prog-Publikum insbesondere als Sänger der deutschen Band Triumvirat (oder vielleicht noch bei Satin Whale, die Schlussredaktion) bekannt sein dürfte. Er übernimmt auch den Titelsong, ein ziemlich ungeniertes Selbstplagiat Oldfields von ‚Shadow On The Wall‘.

Seite zwei enthält neben zwei weiteren Pop-Songs das Instrumental ‚The Lake‘. Diese zwölf Minuten sind die einzigen auf dem Album, die Fans des „klassischen“ Oldfield in Ansätzen befriedigen können. Allerdings setzt er bei diesem Epos neben einigen schönen Gitarrenparts auch sehr auf Synthesizer und elektronische Klänge. Erwähnenswert ist Simon Phillips‘ (Ex-Toto) kraftvolles Schlagzeugspiel. Mit Oldfields Gesamtkatalog im Blick, ist allerdings auch ‚The Lake‘ nicht essenziell.

Klang und Fertigungsqualität der LP sind sehr gut. Die bedruckte Innenhülle enthält neben diversen Fotos auch einen Essay über den Entstehungsprozess des Albums. Ein Download Code liegt ebenfalls bei. Hergestellt wurde die Vinyl-Reissue in Tschechien, bei GZ Media.

Für das Prog-Publikum hat „Discovery“ nur wenig zu bieten, als Pop-Album ist es auch schon etwas in die Jahre gekommen. Unterm Strich dürfte das Werk nur für echte Fans interessant sein.
Bewertung: 6/15 Punkten (DH 6, KR 6)

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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