Deep Purple – Burn (Back To Black, Vinyl-Reissue)

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Deep Purple - Burn(43:30, LP+Download, Universal, 2015)
Am 29. Januar erscheint über Universal Music „The Vinyl Collection“, ein sieben LPs umfassendes Boxset der Hard-Rock-Legende Deep Purple. Darin enthalt sind die Alben:

  • „Machine Head“
  • „Who Do We Think We Are“
  • „Burn“
  • „Stormbringer“
  • „Come Taste The Band“
  • „Perfect Strangers“
  • „House Of The Blue Light“.

Zwei davon möchten wir hier genauer unter die Lupe nehmen. Die Wahl fällt zunächst auf „Burn“ aus dem Jahr 1974 (in Kürze folgt „Perfect Strangers“). Es war das Debüt der sogenannten „Mark III“-Besetzung. Leadsänger Ian Gillan und Bassist Roger Glover hatten die Band im Vorfeld verlassen und waren durch David Coverdale und Glenn Hughes ersetzt worden. Den Leadgesang teilten sich die beiden, den Bass übernahm Glenn Hughes. Die Doppelspitze am Mikro setzt insbesondere im Titelsong ein ganz großes Ausrufezeichen – fortan war „Burn“ oft der Opener von Purple-Konzerten.

Das neue Line-up vollzog selbstbewusst einen Stil-Schwenk, der auch Einflüsse aus Funk und Soul zuließ. Zudem war der junge Coverdale ein Sänger mit ausgeprägter Blues-Stimme, was insbesondere beim Siebenminüter ‚Mistreated‘ und der starken Halbballade ‚Sail Away‘ zur Geltung kommt. Auffällig sind auch das funkige ‚You Fool No One‘, mit an Santana erinnernder Percussion, und das abschließende instrumentale ‚A200‘, bei dem sich Jon Lord ausgiebig am Moog austobt. Dieses Stück hätte man auch locker unbemerkt auf einem ELP-Album unterbringen können.

81AbNzkMJtL._SL1500_„Burn“ ist eines der stärksten Deep-Purple-Alben, es gehört in jede gute Plattensammlung. Setzt man die Prog-Brille ab, darf man locker 12 bis 13 Punkte vergeben. Das Werk ist ein Klassiker. Die vorliegende Back To Black-Wiederveröffentlichung ist auf 180 Gramm-Vinyl gepresst, sie klingt kraftvoll und klar. Hergestellt wurde die LP bei GZ Media in Tschechien, einem Presswerk, das immer mal wieder wegen Produktionsfehlern in der Kritik stand. Im Fall von „Burn“ leistete man dort allerdings perfekte Arbeit. Das schwarze Gold steckt sogar in einer gefütterten Innenhülle, ein MP3-Download Code liegt ebenfalls bei. Daumen hoch! Für Vinyl-Neueinsteiger ist diese Scheibe sicher eine Überlegung wert. Auch als Ersatz für verschlissene Originale und schlampig gemasterte First-Generation-CDs bietet sich diese Ausgabe an. Da die Preise für die 7LP-Box je nach Händler derzeit bei ca. 100 bis 120 Euro liegen, mag je nach Geldbeutel auch diese interessant sein.

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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