Dropshard – Silk

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Dropshard_Silk(65:41, CD, Eigenvertrieb/JustForKicks, 2014/2015)
Das italienische Quintett aus Mailand überrascht mit seinem zweiten Album “Silk“ positiv, da sie für Italiener aus der „standesgemäßen“ sinfonisch, folkloristisch oder komplex geprägten Musik ausbrechen. Dafür orientieren sie sich lieber an härteren Klänge wie bei Riverside oder Pain Of Salvation und verbinden diese geschickt mit atmosphärischen Melodien, wie man sie von Anathema oder Gazpacho kennt.

Ein Merkmal der Musik von Dropshard ist die stimmliche Qualität von Leadsänger Enrico Scanu, der mit ausdrucksstarker englischer Intonierung in etwas höherer Tonlage zu punkten weiß. Auch wenn zuweilen der Südländer durchschimmert, klingt es nie gewollt oder peinlich, da er mit viel Gefühl und überzeugender Inbrunst singt.

Von der musikalischen Performance erzeugen die Mailänder auf ihrer aktuellen Scheibe unterschiedlichste Stimmungen, sodass die ursprüngliche Eingruppierung als progressive Metalband nicht mehr zutrifft. Auch wenn sie noch allerfeinst rocken und bei einigen Riffs nach Black Sabbath und häufiger nach Riverside klingen, so wissen sie auf der anderen Seite viele melodisch-atmosphärische Klänge zu servieren, die zuweilen melancholisch angehaucht sind.

Rückseite des 12seitigen "Silk"-Booklets

Rückseite des zwöfseitigen „Silk“-Booklets

Die zwölf Tracks weisen von der Laufzeit ebenfalls einen breiten Mix auf, da vier Stücke unter drei Minuten und drei Stücke über acht Minuten lang sind. Ergänzend zu immer wieder eingeblendeten Geräusch- und Sprachsamples gibt es unter anderem Flöten- und Vibraphon-Töne zu hören. So weiß das Flötenspiel von Sänger Enrico Scanu auf dem elfminütigen ‚The Endless Road‘ oder dem Track ‚Maya‘ zu gefallen. Und die gesampelten Vibraphon-Töne von Schlagzeuger Tomasso Mangione auf dem schamanenartig inszenierten ‚Less Is More‘ haben auch etwas. Neben dem rockig geprägten Gitarrenspiel von Sebastiano Benatti, dem atmosphärischen Keyboardspiel von Valerio De Vittorio mit Hammond-, Piano- und Synthesizervariationen weiß ebenso das Rhythmusduo mit knackigem und fettem Sound zu überzeugen. Alex Stucchi am Bass und Tommaso Mangione an der Schießbude wissen ihre Instrumente immer so einzusetzen, dass es nie langweilig wird.

Dropshard ist mit “Silk“ ein variationsreiches und tief emotionales Album zwischen Hard Rock und New Artrock gelungen, das von seiner musikalischen Güte einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Bewertung: 11/15 (WE 11, KR 11, KS 10)

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Über den Autor

Musikmaniak seit den frühen 70ern zwischen Prog, Fusion, Hardrock, Stoner, Psychedelic/Space, Elektronik, Ambient, Chill-Out, Drum 'n' Bass, Soul, Funk, Folk, Pop, Singer-Songwriter und Klassik. WAS GAR NICHT GEHT: Rio/Avantgarde und Metal. LIEBLINGSKÜNSTLER: Pink Floyd, Beatles/Paul McCartney, Steven Wilson, Rolling Stones, Return To Forever, Procol Harum, Leonard Bernstein, Deep Purple, Yes/Rick Wakeman und Led Zeppelin.

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Dropshard – Silk

von Wolfram Ehrhardt Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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