The Tangent – A Spark In The Aether – The Music That Died Alone Volume Two

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The Tangent - Spark In The Aether – The Music That Died Alone Volume Two(67:08, CD, InsideOut/Universal, 2015)
Zwölf Jahre, acht Studioalben, zwei Live DVDs und einige Tourneen quer durch die Welt – das ist der Kurzabriss der Historie von The Tangent, dem Bandprojekt von Keyboarder / Sänger Andy Tillison. Auch wenn bei den beteiligten Musikern ein reges Kommen und Gehen herrscht, so gibt es dennoch gewisse Konstanten im The Tangent Kosmos: Jonas Reingold (u.a. The Flower Kings, Karmakanic) am Bass und Theo Travis (Saxophon, Flöte, u.a. Steven Wilson Band, Gong) sind einmal mehr mit von der Partie, auch der formidable Gitarrist Luke Machin (Maschine) ist seit dem 2011er Album „COMM“ und damit bereits etwas länger an Bord. Als Schlagzeuger fungiert der ebenfalls nicht unbekannte Morgen Ågren (u.a. Mats / Morgan Band, Kaipa), womit die Rhythmustruppe wieder komplett in schwedischer Hand ist.

Einmal mehr nimmt sich Tillison sozialkritischen aktuellen Themen an, wie Vereinsamung, Heimatlosigkeit und Kommunikationsprobleme, die er nicht unbedingt den Themen entsprechend nur düster und depressiv interpretiert. Der Titel des aktuellen Albums setzt einen Bezug zum Debütwerk „The Music That Dies Alone“, wobei man nicht unbedingt eine musikalische Rückbesinnung und Fortführung des ersten Longplayers der Bandhistorie zu hören bekommt, sondern vielmehr nach zwölf Jahren reflektierend ein Blick auf aktuelle Progszene geworfen wird. Stilistisch sieht es Tillison als eine Art transatlantisches Bündnis. Er baut nicht allein auf einen urtypischen britischen Einschlag mit einigen wenigen Canterbury-Zitaten, sondern betrachtet das Songmaterial ebenfalls durch die amerikanische Prog-Brille, wenn auch ausschließlich mit europäischen Musikern. Dazu Tillison: „Mir hat schon immer gefallen, wie die Amerikaner den Progressive Rock betrachten. Sie wählen einen anderen Ansatz als wir Europäer, betonen mehr den Rock, denn den Prog.“

Die Werbebotschaft wird noch plakativer: „Das neue Album ist ein Rock-Album, ein Prog-Album, ein Funky Album, ein Pop-Album, es ist das achte Tangent Album.“ Trotzdem klingt es immer noch typisch nach The Tangent, nur eben mit neuen inhaltlichen Färbungen, die sich zweifelsohne harmonisch einfügen. Klassische Retro-Elemente gib es trotzdem zu Hauf, die ausgezeichneten Musiker zeigen sich offen für Experimente (z. B. das ausgezeichnete von Theo Travis geprägte Instrumental ‚Aftereugene‘) und neben ordentlichem Rockdrive lugt auch immer flotter JazzRock in angenehmen Dosen vorbei. Wie schon von den letzten Alben gewohnt, wechseln sich epische, ausufernde, mit kürzeren auf den Punkt gebrachte Tracks ab, sorgt vor allem der swingende, funkige, teils an amerikanische Fernsehserien aus den 70ern erinnernde Rhythmusunterbau für interessante Ansätze.

„A Spark In The Aether“ dokumentiert, dass Andy Tillison und seine Mitstreiter noch lange nicht am Ende ihres Weges sind, sondern man dem Progressive Rock immer noch neue Facetten abgewinnen kann. Let’s groove.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 12, KR 12, KS 11)

Surftipps zu The Tangent:
Homepage
InsideOut Music
‚San Francisco‘ (Muzu)
‚A Spark In The Aether‘ (Muzu)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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The Tangent – A Spark In The Aether – The Music That Die…

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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