Lonely Robot – Please Come Home

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LonelyRobot_PleaseComeHome(58:23, CD, InsideOut/Sony Music, 2015)
Der umtriebige John Mitchell drückt einem weiteren Projekt seinen unverkennbaren Stempel auf. Der Gitarrist, Songwriter und Produzent (u.a. Arena, It Bites, Kino, Frost*, The Urbane) hatte laut eigener Aussage noch nie so viel Spaß wie bei dieser Studioarbeit und die kreativen Ideen flossen nur so aus ihm heraus. „Lonely Robot“ klingt wie eine Vermischung seiner bisherigen Projekte bzw. Bands, denn sinfonisch–progressiver Bombast in einer modernen, atmosphärischen Herangehensweise wird geschickt mit eingängigen Melodien gepaart und mit rockigeren Gitarrenbreitseiten ordentlich aufgewertet.

Waren besonders die mehr im Alternative Rock angesiedelten The Urbane von einer etwas anderen stilistischen Sichtweise getrieben, betritt Lonley Robot kein komplett musikalisches Neuland im Mikrokosmos des John Mitchell, sondern wirkt vielmehr wie eine konsequente Verbindung und Fortführung der Musik von Kino und It Bites. Die elf Songs erwecken dennoch nicht den Eindruck des kalkulierten Aufkochens nicht verwendeter Ideen. Mitchell beweist ein feines Händchen für inhaltliche Abwechslung zwischen balladesker Melancholie, progressiven Kurzausflügen und PowerPop, selbst wenn mitunter auch mal schwer an der Schmalzgrenze gekratzt wird (‚Why Do We Stay‘).

Mit durchschnittlichen Songlängen, die sich meist im fünfminütigen Bereich bewegen, kommt er immer kompakt auf den Punkt, es sind aber vor allem die diversen gefühlvollen Gitarrensoli, die nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Zudem sorgen einige Gastauftritte, wie u.a. Marillion-Frontmann Steve Hogarth als Backgroundsänger und Keyboarder, sowie Nick Beggs (u.a. Steven Wilson, Kajagoogoo) am Chapman Stick für unterschiedliche Höreindrücke, während am Mikrofon Kim Seviour (Ex-Touchstone), Heather Findlay (Ex-Mostly Autumn) und Peter Cox (von der 80s Pop Formation Go West) dem Projekt ihre Stimme leihen. Ein Album, bei dem der Prog-Faktor erkennbar, aber nicht dominierend ist und das in erster Linie durch seine griffigen, fröhlichen Melodien und gekonnt in Szene gesetzten Hochglanz Art Pop in Erinnerung bleibt.
Bewertung: 11/15 Punkten (DH 12, JM 11, KR 11, KS 11)

Surftipps:
Facebook (John Christian Mitchell)
Lonely Robot – Airlock (Teaser, YouTube)
InsideOut Music

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

2 Kommentare

  1. Dieter Hoffmann
    Dieter Hoffmann am

    Bin ich eigentlich der Einzige, der hier deutliche Parallelen zu „Sound Of Contact“ hört? Ich lege sogar noch ein Pünktchen drauf. …für den hohen Unterhaltungswert 🙂

  2. Pingback: Lonely Robot - The Big Dream

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Lonely Robot – Please Come Home

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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